Ermittlungsverfahren gegen Bremer Rechtsanwälte Millionenbetrug mit Schrottimmobilien

Bremen. Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven liegen im Zentrum „einer der größten Immobilienbetrügereien in Niedersachsen und Bremen“, so die Staatsanwaltschaft Stade. Den Schaden schätzt sie auf mindestens vier Millionen Euro. Ein Hauptverdächtiger ist ein ehemaliger Bremer Anwalt.
09.02.2011, 20:58
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Von Jean-Charles Fays und Marvin Oppong

Bremen. Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven liegen im Zentrum „einer der größten Immobilienbetrügereien in Niedersachsen und Bremen“. Das gab der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Kai Thomas Breas, am Mittwoch auf Nachfrage bekannt. Der Gesamtschaden belaufe sich auf mindestens vier Millionen Euro. Die Ermittlungen richten sich gegen 76 Beschuldigte. Bei einem der Hauptverdächtigen handelt es sich nach Recherchen des Weser-Kuriers um den ehemaligen Bremer Anwalt Klaus Dieter K.

Unter den Beschuldigten sind aber auch noch praktizierende Bremer Notare sowie Immobilienmakler aus Bremen. Dem Netzwerk wird gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Die Beschuldigten sollen rund 130 Immobilien in Norddeutschland an meist einkommensschwache Käufer verkauft haben.

Bei den Banken sollen die beschuldigten Immobilienmakler, Rechtsanwälte, Notare und Finanzvermittler für die Finanzierung der Immobilien gesorgt haben. Der wahre Wert der zu finanzierenden Schrottimmobilie und die Zahlungsfähigkeit der Käufer sollen die Beschuldigten gegenüber den Banken vorgetäuscht haben. Insgesamt rund 20 Internetbanken, Bausparkassen und Sparkassen hätten somit die Sicherheiten für das ausgegebene Darlehen gefehlt. „Die Käufer konnten angesichts ihrer Einkommens- und Vermögenssituation die Darlehen regelmäßig nicht bedienen“, sagte Breas.

Den Kreditnehmern sei indes vorgegaukelt worden, Mieten zu erzielen, die sie niemals erzielen konnten. So hätte der Eindruck entstehen können, dass sich das Darlehen durch die Mieteinnahmen von selbst trage und man sich beiläufig eine tolle Altersvorsorge sichern könne.

Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten laufen wegen der Größe und Komplexität dieses Verfahrens bereits seit rund drei Jahren. Die geschädigten Käufer stammen überwiegend aus Bremen, Bremerhaven und Niedersachsen. Besonders viele Fälle soll es in Cuxhaven geben. Den größten Teil des Schadens von mindestens vier Millionen Euro sollen aber die Banken haben, die auf ihren Krediten sitzen blieben.

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