Bremerin auf Reisen

Mit dem Borgward durch China

Marion Kayser war mit einem alten Borgward in China unterwegs. Nun erzählt sie, was sie auf ihrer Reise erlebt hat und welchen Eindruck sie von der neuen Marke Borgward hat.
09.08.2017, 06:47
Lesedauer: 3 Min
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Mit dem Borgward durch China
Von Stefan Lakeband

Kurz vor dem Ende der Reise hat es dann doch noch geklappt. Die Reisegruppe aus Bremen durfte an den Ort, an dem eine Traditionsmarke wiederbelebt werden soll. Dahin, wo aus Vergangenheit Zukunft gemacht wird: in das neue Borgward-Werk in China. „Wir haben uns alle gewünscht, es zu sehen“, sagt Marion Kayser.

Auch fast ein Jahr später schwärmt die stellvertretende Vorsitzende des Borgward-Clubs Bremen noch immer von der 14-tägigen Reise, die sie, weitere Klub-Mitglieder und ihre Oldtimer in das Reich der Mitte geführt hat. An diesem Mittwoch erzählt sie im Presseclub davon.

Eingeladen wurden Kayser und ihre Kollegen von der Firma, die in China wieder Autos unter der Marke Borgward baut. Nicht nur, um das Werk zu besichtigen, sondern auch, um ihre historischen Fahrzeuge in China zu präsentieren. Gemeinsam mit anderen Oldtimern haben die Borgward-Freunde an einer Rallye durch China teilgenommen. „Das war schon etwas Besonderes“, sagt Kayser. Denn eigentlich dürften keine Oldtimer in China eingeführt werden.

Die Liebe begann mit etwas Skepsis

Dementsprechend groß war das Interesse, als die etwa 40 historischen Autos die 1500 Kilometer durch China gefahren sind. „Viele Leute haben uns angesprochen und wollten wissen, warum wir einen Borgward fahren und was so toll an diesen Autos ist“, sagt Kayser. Fragen, die die Bremerin gerne beantwortet: „Immer wenn ich in einem Borgward fahre, bin ich entschleunigt.“

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Gerade in Bremen sei es etwas besonderes, mit so einem Auto unterwegs zu sein. Dabei begann Kaysers Liebe zu den Autos erst mit etwas Skepsis. Ihr Mann hat vor acht Jahren vorgeschlagen, sich eine Isabella zuzulegen. Kayser selbst hatte damals kaum Bezug zu dieser Marke. „Ich habe mich aber gleich damit angefreundet. Mittlerweile bin ich der Borgward-Fan in der Familie“, sagt sie.

Neben drei verschiedenen Isabella-Modellen hat sie auch einen Hansa 2400. Was Kayser neben der Begeisterung der Menschen in China für alte Autos aber besonders in Erinnerung geblieben ist, war der Besuch in der Fabrik, in der der neue Borgward BX7 gebaut wird. Der habe eigentlich gar nicht auf dem Programm gestanden.

Probefahrt hinterließ Eindruck

Weil sich die Bremer Delegation eine Besichtigung aber so sehr gewünscht habe, organisierten die Gastgeber noch einen spontanen Abstecher kurz vor der Abreise. „Wir sind zwei Stunden lang gefahren und kamen in ein großzügiges Industriegebiet mit einer Allee und vielen Borgward-Flaggen“, sagt Kayser.

Doch auch das Innere der Fabrik hat sie beeindruckt. „Hier war alles sauber, überall standen Maschinen von deutschen Herstellern wir Bosch oder Linde.“ Auch die Probefahrt im ersten Modell der neuen Borgward-Marke habe Eindruck hinterlassen. Allein der Name habe eine Verbindung zu ihren eigenen Oldtimer hergestellt, sagt Kayser.

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Überall sei der Rhombus, die markante Borgward-Raute, wiederzusehen. „Natürlich kann man die neuen aber nicht mit den alten Modellen vergleichen“, sagt Kayser auch. Das ist es, was viele Borgward-Fans an der neuen Marke stört. Sie hatten gehofft, dass nicht nur der Name, sondern auch Modelle wie die Isabella neu aufgelegt werden.

"Jedes zweite Auto ist ein SUV"

Allerdings hatte Borgward-Vorstand Ulrich Walker schon 2015 im Interview mit dem WESER-KURIER gesagt: „Es wird keine Isabella 2 geben.“ Kayser kann das verstehen. Auf ihrer China-Reise hat sie gesehen, welche Modelle dort beliebt sind. „Jedes zweite Auto ist ein SUV“, sagt sie.

Daher sei es verständlich, dass die ersten neuen Borgward-Modelle auch Geländewagen seien. Nachdem im vergangenen Sommer die Produktion in China angelaufen ist, seien in den ersten zwölf Monaten etwa 50.000 Borgwards verkauft worden, sagte Walker im Frühjahr.

Mittlerweile hat das Unternehmen, hinter dem der chinesische Lastwagen-Bauer Foton steht, auch Vertriebswege in den Nahen Osten erschlossen. In Ländern wie Bahrain, Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran sollen die Fahrzeuge zunächst verkauft werden, bevor man sie auch in Europa bekommen kann.

Erstes Elektroauto der Marke

Für die Produktion für den hiesigen Markt kehrt Borgward wieder nach Bremen zurück. Ab 2019 sollen hier die Autos zusammengesetzt werden. Das Unternehmen hatte sich im April für ein 140.000 Quadratmeter großes Grundstück im Güterverkehrszentrum entschieden.

Dort sollen Teile, die aus dem chinesischen Werk angeliefert werden, zum Borgward BXi7 endmontiert werden – dem ersten Elektroauto der Marke. „Momentan läuft alles wie erhofft“, sagte ein Sprecher zum Fortschritt des Werks. Derzeit werde der Boden für die Bauarbeiten vorbereitet, einen Termin für den ersten Spatenstich gebe es aber noch nicht.

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