A400M

Mögliche Rücklage für A400M

Airbus muss möglicherweise mehr Geld für drohende Verluste beim Pannenflieger A400M beiseitelegen. Zeitgleich steuert der Flugzeugbauer auf eine Vertragsanpassung mit den Käuferstaaten zu.
07.02.2018, 18:52
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Mögliche Rücklage für A400M
Von Peter Hanuschke
Mögliche Rücklage für A400M

Airbus muss möglicherweise mehr Geld für drohende Verluste beim Pannenflieger A400M beiseitelegen. Zeitgleich steuert der Flugzeugbauer auf eine Vertragsanpassung mit den Käuferstaaten zu.

Kay nietfeld, dpa

Verzögerungen bei der Auslieferung oder nicht erfüllte Anfordungen – der Militärtransporter A400M von Airbus sorgt seit Jahren für Ärger und schwächt beim europäischen Flugzeugbauer die Bilanz. Was die finanziellen Auswirkungen angeht, gibt es jetzt offenbar Entlastung: Airbus hat am Mittwoch mit den Erstkundennationen Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und Türkei in Amsterdam eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Rahmen für eine wechselseitig bindende Vertragsanpassung festlegt, die im Laufe des Jahres erfolgen soll.

Danach verpflichten sich Airbus, die europäische Beschaffungsbehörde OCCAR und die Erstkundennationen dazu, an einer Reihe von Vertragsbestandteilen zu arbeiten. Dazu zählen ein aktualisierter Auslieferungskalender sowie ein Fahrplan für die Entwicklung und Fertigstellung der militärischen Fähigkeiten des A400M.

Airbus-Chef Tom Enders hatte den Dauer-Ärger um den A400M, dessen Rumpf in Bremen gebaut sowie dessen Software und das Cargo-System integriert werden, in der Vergangenheit immer wieder als Resultat eines Geburtsfehlers bezeichnet: Man müsse sich immer noch mit der Ursprungssünde herumschlagen, die man vor über zwölf Jahren begangen habe, als man einen Vertrag abgeschlossen habe, der bei Budget und Zeitplan eindeutig zu eng gewesen sei. Zwar habe Airbus jahrzehntelange Erfahrung im Flugzeugbau. Der A400M sei aber viel komplexer als ein Passagierflugzeug. So könne der A400M kopfüber fliegen und auf kurzen Graspisten starten und landen.

Mit Blick auf die Ergebnisse von Airbus für 2017 wird derzeit eine mögliche Erhöhung der Drohverlust-Rückstellungen für das Programm geprüft. Und die könnte nach Airbus-Angaben erheblich ausfallen. Mit einem klaren Fahrplan würde sich das Risiko in Zukunft einschränken lassen. Diese Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt, um die Risiken des A400M-Programms weiter zu reduzieren, so Enders am Mittwoch.

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