Bremer Uni-Absolventen werfen ihre Hüte

Nach dem Studium bleibt das Herz in der Hansestadt

Die Wirtschaftsabsolventen der Bremer Uni haben in der Glocke ihren Abschluss gefeiert. So mancher sagte dort, dass er gern in Bremen bleiben würde. Übrigens gab es auch Preisgelder für die besten Absolventen.
16.01.2020, 20:28
Lesedauer: 2 Min
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Nach dem Studium bleibt das Herz in der Hansestadt
Von Florian Schwiegershausen

Es war eine Mischung aus Wunsch und Appell, die Bremens Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen den mehr als 300 Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften der Uni Bremen mit auf den Weg gab. „Suchen Sie Ihre Zukunft in Bremen“, sagte die Unternehmerin als Gastrednerin der Absolventenfeier am Donnerstag in der Glocke. „Hier können Sie Ihre Ziele schneller erreichen“, schob Marahrens-Hashagen hinterher und bezog sich auf die Besonderheit als Stadtstaat und die vielen familiengeführten kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Einige Absolventen haben ihr berufliches Glück nach der Uni auch im Job in Bremen gefunden. Kilian Steuer kommt ursprünglich aus Dresden und hat seinen Master der Betriebswirtschaft abgeschlossen: „Ich bleibe gern in Bremen und arbeite bei Jacobs Douwe Egberts im Bereich Logistik.“ BWL-Master-Absolvent und Bremer Dennis Behrmann geht zu Kühne+Nagel: „Erstmal geht es an andere Standorte, aber vielleicht irgendwann auch in der Zukunft hierher nach Bremen.“

Genau wie Behrmann hat auch Alexandra Klein ihren BWL-Master mit dem Schwerpunkt Logistik gemacht: „Kommende Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einem Unternehmen in Bremen. Mir gefällt es hier gut, ich würde gern hier bleiben.“ Ursprünglich kommt sie aus dem Emsland in der Nähe von Meppen. Sie habe sich bereits während des Studiums in Bremen pudelwohl gefühlt. Nun hat sie aber auch noch Bewerbungen bei Unternehmen in anderen Städten laufen. Constantin Gericke hat seinen Arbeitgeber nun in Hannover gefunden: „Aber vielleicht wird es mich irgendwann wieder nach Bremen führen.“ Das könnte ebenso Jana Schuett in der Zukunft passieren: Sie ist gerade nach Essen gezogen und arbeitet dort bei Aldi-Nord im Bereich Corporate Responsibility.

Neben der Handelskammer-Präses saßen noch andere Unternehmer im Publikum, die sich über das Bekenntnis zur Hansestadt freuen können. So verlieh Alexander Witte, der Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Early Brands ist, die Preise der Wolfgang-Ritter-Stiftung an die jeweils drei besten Bachelor- und Master-Absolventen. Die Abschlussarbeiten beschäftigten sich unter anderem mit der „Bilanzierung von ablösefreien Lizenzfußballspielern“. Witte überreichte ihnen als Mitglied des Stiftungsvorstands Geldpreise in Höhe von 4000 Euro.

Die Stiftung des Bremer Kaufmanns Wolfgang Ritter, dem einstigen Besitzer des Zigarettenherstellers Brinkmann, unterstützte den Festakt in der Glocke auch finanziell zusammen mit dem Verein Wirtschaft-Wissenschaft. Bei dem Festakt gab es noch weitere Auszeichnungen: Der Sonderpreis der Deutschen Bundesbank und damit 2000 Euro ging an Christina Uffmann. Der Multimedia-Unternehmer Stefan Messerknecht überreichte als Vertreter der Segnitz-Stiftung (gegründet vom Bremer Weinhändler Hermann Segnitz) Preisgelder in Höhe von 10 000 Euro für die besten Dissertationen an Thomas Scholdra, Julia Sinnig und Oliver Steinebach. Steinebach arbeitet nun aber außerhalb Bremens und hat eine Stelle in Darmstadt beim Pharmaunternehmen Merck gefunden. Sein Preisgeld will er aber in eine Bahncard 100 investieren für Fahrten zur Familie und zur Freundin nach Hamburg und Bremen. Mit dem Herzen bleibt also auch er in der Hansestadt.

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Zur Sache

Neue Leitung beim IAW

Irene Dingeldey hat die Leitung des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) an der Universität Bremen übernommen. Die Sozialwissenschaftlerin leitete dort bisher die Abteilung „Arbeitsgesellschaft und Wandel“. Das Amt übernimmt sie vom bisherigen Direktor Günter Warsewa. Nach zehn Jahren an der Spitze will er sich bis zu seiner Pensionierung wieder verstärkt der Wissenschaft und Forschung widmen. Das IAW wird neben der Uni auch von der Arbeitnehmerkammer Bremen getragen.

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