Neuer BLG-Aufsichtsratsvorsitzender

Nach Kaulvers kommt Meier bei der BLG

Ex-Landesbankchef Stephan-Andreas Kaulvers ist nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft AG. Nachfolger ist Klaus Meier, geschäftsführender Gesellschafter von WPD.
24.05.2018, 20:09
Lesedauer: 3 Min
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Nach Kaulvers kommt Meier bei der BLG
Von Peter Hanuschke

Der umstrittene frühere Chef der Bremer Landesbank, Stephan-Andreas Kaulvers, ist seit Donnerstag nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender bei der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft AG (BLG). Dafür gibt es aber einen logischen Grund: das Ende seiner Amtszeit. Er selber hätte sich aber auch nach Ablauf seines Mandats als Chefaufseher des Bremer Logistikunternehmens eine Fortsetzung vorstellen können. Das hatte er zumindest vor einem Jahr auf der Hauptversammlung verlauten lassen. Als Nachfolger wählten die Aufsichtsratsmitglieder aus ihrer Mitte heraus Klaus Meier. Meier ist geschäftsführender Gesellschafter der Bremer WPD Windmanager GmbH, einem weltweit operierendem Windpark-Betreiber.

Umstritten war Kaulvers vor allem wegen des Untergangs der BLB. Als Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank war Kaulvers in den Aufsichtsrat der BLG gekommen. 2012 wurde er zum Chefaufseher bestimmt. Es ist bei der BLG alter Brauch, dass den Vorsitz eine Unternehmerpersönlichkeit aus Bremen bekommt. So ganz passte diese Tradition nicht mehr auf Kaulvers: 2016 trat Kaulvers als BLB-Vorstandschef zurück, weil das Institut wegen der Schiffskrise in Schieflage geraten war, und Bremen seine Anteile an der Bank an die NordLB verkaufen musste.

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Außerdem gab Kaulvers in dieser Zeit bereits sein Aufsichtsratsmandat bei der EWE ab. Er kam damit dem Wunsch der Anteilseigner des Oldenburger Energieversorgers nach, dieses Amt neu zu besetzen. Schon bei der Hauptversammlung waren auch in Bremen Stimmen laut geworden, dass der Ex-BLB-Chef nicht mehr an der Spitze des Aufsichtsgremiums tragbar sei.

Dass beim Logistikkonzern BLG wie bei der ehemaligen BLB ein großes öffentliches Interesse besteht, liegt an den Besitzverhältnissen: An der international tätigen Bremer Lagerhausgesellschaft AG ist Bremen zu 50,4 Prozent beteiligt.

Was das Geschäftliche angeht, sagte BLG-Vorstandsvorsitzender Frank Dreeke den etwa 230 anwesenden Aktionären – sie vertraten etwa 88 Prozent des Grundkapitals –, dass es dem Unternehmen gut gehe, „weil wir wichtige strategische Weichen gestellt haben. Und weil wir als Vorstandsteam sehr zukunftsorientiert, sehr vertrauensvoll und sehr engagiert zusammenarbeiten.“

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Für das vergangene Geschäftsjahr weist die Bilanz einen Gewinn von mehr als 1,5 Millionen Euro aus. Dieser ist die Grundlage für die Dividendenausschüttung. Dreeke: „Wir verfolgen das Ziel einer ergebnisorientierten und kontinuierlichen Dividendenpolitik.“ Es sei eines der erklärten Ziele, „unsere Anteilseigner in angemessener Höhe am Unternehmenserfolg zu beteiligen.“

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen vor, den zur Verfügung stehenden Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende erneut in Höhe von 40 Cent je Stückaktie zu verwenden, entsprechend einer Rendite von rund 15 Prozent auf das dividendenberechtigte Grundkapital von knapp zehn Millionen Euro.

Der Kurs der BLG-Aktie schloss am letzten Handelstag 2017 bei 14,49 Euro. Damit befand sich die Aktie auf einem vergleichbaren Niveau wie zu Beginn des Vorjahrs. Insgesamt erzielte die BLG-Gruppe 2017 einen Umsatz in Höhe von knapp 1,1 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 42,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 2,7 Millionen Euro beziehungsweise 8,8 Prozent auf 33,5 Millionen Euro. Aufgrund des Umsatzanstiegs ergibt sich für das Berichtsjahr eine EBT-Marge von 3,1 Prozent (Vorjahr: 2,9 Prozent).

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Die Personalie Kaulvers wurde am Ende der Hauptversammlung wie üblich behandelt: Im Namen des Aufsichtsrats dankte Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden für seine „Vorsicht, Klugheit und Erfahrung“ sowie den ebenfalls ausscheidenden Mitgliedern Klaus Wedemeier, Birgit Holtmann und Andreas Wopp für ihre engagierte Arbeit.

Und auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende kam zu Wort: „In Zeiten einer immer weiter vernetzten und digitalisierten Welt wird auch die BLG neue Herausforderungen wie große Chancen bekommen“, sagte Klaus Meier. „Ich freue mich sehr, dass mir das Vertrauen geschenkt wurde, in einer solchen Zeit mit dem Aufsichtsrat die Geschicke zu begleiten.“

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