Ergebnis der Tagung in Bremen ARD verspricht mehr Transparenz bei Gehältern

Zwei Tage haben die Führungsspitzen der ARD-Sender und ihre Aufsichtsgremien in Bremen getagt. Nach dem Skandal beim Sender RBB üben sich die Intendanten in Transparenz und im Willen zu mehr Sparsamkeit.
16.09.2022, 20:01
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ARD verspricht mehr Transparenz bei Gehältern
Von Florian Schwiegershausen

WDR-Intendant Tom Buhrow verspricht mehr Transparenz bei den Gehältern im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das hat er am Donnerstag in Köln bei der Präsentation der Ergebnisse gesagt, an der auch Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner teilgenommen hat. So erhielt die Intendantin der kleinsten ARD-Anstalt im vergangenen Jahr ein Jahresgehalt in Höhe von 281.000 Euro. Damit befindet sie sich am unteren Ende der ARD-Intendantengehälter. Am meisten verdient WDR-Intendant Tom Buhrow mit 413.000 Euro pro Jahr.

Buhrow regte an, dass die Anstalten in Zukunft auch die Gehaltshöhen der jeweiligen Direktoriumsmitglieder zu veröffentlichen. Buhrow, nach dem Skandal um die ehemalige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger selbst um Transparenz bemüht, äußerte sich über sein eigenes Gehalt: "Das habe ich zu Beginn meiner zweiten Amtszeit einfrieren lassen." Sitzungsgelder, die er für seine Aufsichtsratsposten erhalte, überweise er an den Sender zurück: "Gerade jetzt erst hat es sich um einen fünfstelligen Betrag gehandelt." Ansonsten führte Buhrow bei Fragen nach seinem Gehalt die Besoldung von NRW-Kommunalbeamten an.

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Kritik gab es nach dem Skandal um die Ex-RBB-Intendantin auch an den Aufsichtsgremien, denen Versagen vorgeworfen wurde. Jeder öffentlich-rechtliche Sender hat einen Verwaltungsrat und einen Rundfunkrat. Eine Altersbegrenzung für die Mitglieder von Rundfunkrat und Verwaltungsrat lehnte Buhrow ab: "Für ein solches Amt muss man ja auch die Zeit haben, und das haben tendenziell eher Menschen im fortgeschrittenen Alter." Zudem beteuerte Buhrow als Interims-Vorsitzender den Sparwillen der Sender. Doch welchen Auftrag die Sender haben, habe die Politik zu regeln.

SWR-Intendant Kai Gniffke regte als künftiger ARD-Intendant an, für die dritten Programme ein Mantelprogramm mit regionalen Inhalten zu schaffen. Die ARD bastelt nun daran, wie sie bis 2030 noch digitaler wird. Dann rechnet man damit, dass die Nutzung der Mediatheken das analoge TV überholen wird. Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner wird zusammen mit HR-Intendant Florian Hager die Arbeitsgruppe Digitalisierung anführen. Gerner wird ab jetzt für die ARD auch den Sitz im Verwaltungsrat des Deutschlandradios einnehmen.

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