A 281: Teilstück hinter Güterverkehrszentrum soll im Herbst eröffnet werden

Nächster Abschnitt fast fertig

Bremen. Ende September soll das Teilstück der Autobahn 281 eröffnet werden, das hinter dem Güterverkehrszentrum entlang führt. Die zuständige Behörde spricht von einem „sehr gut abgewickelten Bauabschnitt“, seitens der Bürger hagelt es Kritik.
19.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Nächster Abschnitt fast fertig
Von Ralf Michel

Bremen. Ende September soll das Teilstück der Autobahn 281 eröffnet werden, das hinter dem Güterverkehrszentrum entlang führt. Die zuständige Behörde spricht von einem „sehr gut abgewickelten Bauabschnitt“, aber es gibt Bürger, die das anders sehen. „Seit Monaten tut sich da nichts mehr“, kritisiert Friedrich-Wilhelm Heuer und fragt, warum dieser Abschnitt der A 281 nicht längst eröffnet wurde. „Die Fahrbahn ist doch fertig.“

Friedrich-Wilhelm Heuer arbeitet im Güterverkehrszentrum (GVZ). Es sind gerade die Betriebe dort, die von der neuen Autobahn 281 profitieren sollen. Umso unbegreiflicher ist für Heuer, was er quasi beim Blick aus dem Fenster sieht: Die fertige Fahrbahn des Teilabschnitts 3.2 der A 281, der hinter dem GVZ entlang führt. „Doch seit Monaten tut sich da überhaupt nichts mehr.“

Ganz zu schweigen davon, dass mit dem 4,2 Kilometer langen Abschnitt schon 2009 begonnen wurde, ärgert sich Heuer über die Baudauer für dieses Stück Autobahn. Er mutmaßt, dass hier etwas „mit großer Absicht verzögert wurde“. Dem widerspricht Gunnar Polzin, Abteilungsleiter Verkehr beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. „Wenn man will, kann man jeden Erfolg schlecht reden.“

Vorarbeiten für Umweltschutz

Denn um einen solchen handelt es sich aus seiner Sicht. „Dieser Bauabschnitt wurde sehr gut abgewickelt.“ Die Vergaben seien sauber über die Bühne gegangen, es habe keinerlei Verzögerungen gegeben. Dass die Vorlaufzeit vor der eigentlichen Umsetzung des Bauvorhabens vergleichsweise lang war, räumt Polzin ein. Aber dies habe an notwendigen Vorarbeiten für den Umweltschutz gelegen.

„Dieser Bauabschnitt grenzt an ökologisch wertvolle Gebiete“, erläutert hierzu Ingenieur Jörn Kück, der den Bremer Autobahnbau seitens der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) betreut. Der Bauabschnitt liege in Nachbarschaft eines sogenannten FFH-Gebietes, das unter speziellem europäischen Natur- und Landschaftsschutz stehe. Auch der EU-Vogelschutz und das Mühlenhauser Fleet seien zu beachten gewesen. Zum Schutz des Steinbeißers sei es zum Beispiel erforderlich gewesen, das Fleet zu verlegen und die Fische darin umzusetzen. „Erst danach durfte mit dem Autobahnbau begonnen werden.“

Außerdem sei wegen der schlechten Bodenverhältnisse vorab eine Reihe von Baumaßnahmen erforderlich gewesen, ergänzt Kück. Auch diese hätten etwa eineinhalb Jahre in Anspruch genommen. „Es läuft aber alles nach Plan, es ist nichts vergessen worden und es gab auch keinen monatelangen Stillstand“, betont der Abteilungsleiter der DEGES. In den vergangenen Monaten seien umfangreiche Arbeiten an Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen, Wildschutzzäune und die geplante Bepflanzung realisiert worden. „Die Brücke im Übergangsbereich wurde vor etwa einer Woche fertiggestellt.“

Kück bestätigt, dass die Fahrbahn schon seit Längerem fertig ist. Dies habe mit dem milden Winter zu tun. „Wir liegen vor unserem Zeitplan.“ Die jetzt noch fehlenden Arbeiten wie die Fahrbahn-Markierung, das Anbringen der Schutzplanken oder die Beschilderung seien ausgeschrieben, beauftragt und teilweise schon begonnen worden. Nun müsse noch eine Überflughilfe für Fledermäuse in einem Bereich der Autobahn installiert werden. Die genaue Datum der Eröffnung des Teilstücks hängt vom Terminkalender des Bundesverkehrsministers ab: Alexander Dobrindt (CSU) habe seine Teilnahme mündlich zugesagt.

Unabhängig vom weiteren Verlauf der Arbeiten für die A 281 ermögliche die Fertigstellung des Bauabschnittes 3.2 den Blick auf weitere anstehende Aufgaben, erklärt Gunnar Polzin abschließend. Im Blick hat der Abteilungsleiter dabei den Anschluss der A 281 an die B 212, nicht zuletzt, „um Strom vom Durchgangsverkehr zu entlasten“.

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