Wegen fauler Schiffskredite

NordLB steht vor straffer Sanierung

Der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen Thomas Mang erklärte, dass bei der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank von einer Halbierung der Bank auszugehen ist.
28.02.2019, 21:54
Lesedauer: 2 Min
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NordLB steht vor straffer Sanierung
Von Peter Mlodoch
NordLB steht vor straffer Sanierung

Die Rettung der angeschlagenen NordLB nimmt Fahrt auf.

Stratenschulte/DPA

Die wegen fauler Schiffskredite angeschlagene Norddeutsche Landesbank (NordLB) steht vor einem erheblichen Schrumpfungsprozess. Nötig sei eine „straffe Sanierung“, erklärte der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen (SVN), Thomas Mang, am Donnerstag in Hannover. „Es ist richtig, dass man in etwa von einer Halbierung der Bank ausgehen muss.“

Der SVN ist gegenwärtig mit 26,4 Prozent nach dem Land Niedersachsen (59 Prozent) der zweitgrößte Träger der NordLB. Die 42 niedersächsischen Sparkassen hatten vor zwei Tagen zähneknirschend ihren Anteil von rund 320 Millionen Euro an dem insgesamt 3,5 Milliarden Euro schweren Rettungsplan gebilligt. In der kommenden Woche müssen die NordLB und ihre Träger der Bankenaufsicht und den Wettbewerbshütern der EU-Kommission ein valides Business-Konzept präsentieren.

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Ob die Neuaufstellung der NordLB, die sich im September 2017 die notleidende Bremer Landesbank (BLB) komplett einverleibt hatte, auch eine Halbierung der gegenwärtig 5650 Arbeitsplätze des Konzerns bedeutet, ließ der SVN-Chef offen. Dies sei Sache des Vorstands. „Aber selbstverständlich werden wir das, was wir jetzt haben, ist dieser Form in Zukunft nicht mehr haben“, meinte Mang. Ein großer Teil der Stellen werde mit den Aufgaben verlagert werden.

Schweigen über die Zukunft des Bremer Standorts

Die Eigner denken vor allem an den Verkauf der profitablen Immobilien-Tochter Deutsche Hypothekenbank. Die herauszulösenden Geschäftsbereiche könnten auch von anderen Landesbanken übernommen werden, erklärte Mang. Das Portfolio der faulen Schiffskredite über zuletzt rund sieben Milliarden Euro werde in Kürze komplett aus den Büchern der NordLB verschwinden – sei es durch weitere Verkäufe oder durch Übertragung in eine „Abwicklungsanstalt“.

Über die Zukunft des Bremer Standorts mit seinen derzeit noch 550 Jobs schwieg sich der SVN-Chef aus. „Wenn das Konzept zwischen der Deutschen Sparkassenorganisation und der NordLB endgültig ausverhandelt ist, dann wissen wir, welche Standorte wir haben. Bis dahin wissen wir es nicht.“

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Aus Trägerkreisen ist allerdings zu hören, dass das künftige Engagement in der Hansestadt nicht allzu groß sein dürfte. Dabei spielt offenbar auch der bei der BLB-Übernahme an Bremen gezahlte Kaufpreis von 180 Millionen Euro plus der Übertragung von BLB-Anteilen im Wert von 82 Millionen Euro eine Rolle. Diese Summe sei viel zu hoch gewesen, lautet unverhohlen die Kritik in Niedersachsen. „Die Lust auf einen Rettungsschirm für Bremen ist da nicht gerade ausgeprägt“, heißt es.

Abstimmung letzter Einzelheiten

Das Anfang Februar beschlossene Sanierungskonzept für die NordLB sieht vor, dass die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt 2,365 Milliarden Euro einbringen, davon rund eine Milliarde Euro in Form von Garantien. Am Dienstag treffen sich die beiden Landesregierungen zu einer gemeinsamen Kabinettsitzung in Gardelegen (Landkreis Salzwedel), um letzte Einzelheiten abzustimmen.

Das deutsche Sparkassenlager steuert 1,135 Milliarden Euro bei. Jeweils ein Drittel davon entfällt auf die Trägersparkassen, die Sicherungsreserve der Landesbanken und den Sparkassenstützungsfonds. Durch ihre Finanzspritzen werden die beiden letztgenannten Institutionen zu neuen Anteilseignern der NordLB. Die Zahl ihrer Träger steigt daher von bisher fünf auf künftig sieben.

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