Bremer Unternehmen OHB baut drei Spionagesatelliten für den BND

Das Bremer Unternehmen OHB erhält den Zuschlag für den Bau eines Satellitensystems für den Bundesnachrichtendienst. Was der BND mit dem Millionen-Auftrag bezwecken will.
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OHB baut drei Spionagesatelliten für den BND
Von Florian Schwiegershausen

Der Satellitenbauer OHB hat einen Auftrag vom Bundesnachrichtendienst (BND) erhalten. Das Bremer Unternehmen soll Spionagesatelliten zur Aufklärung bauen. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf 400 Millionen Euro. So hat es die Aktiengesellschaft am Mittwochabend per Adhoc-Mitteilung bekanntgeben.

Zuvor hatte bereits das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet, dass sich der BND ein eigenes Satelliten-System für seine technischen Dienste zulegen will und berief sich dabei auf Sicherheitskreise. Demnach handelt es sich vorerst um drei Satelliten. Das Vertrauensgremium des Haushaltsausschusses des Bundestags habe zuvor grünes Licht für die Finanzierung des Vorhabens gegeben. Auch Airbus soll ein Angebot abgegeben haben.

Als Grund für den Bau der Satelliten hieß es, dass der BND in Zukunft selbst stärker in der Lage sein wolle, „Informationen schnell und eigenständig beschaffen zu können, um möglichst unabhängige und aktuelle Lageeinschätzungen abgeben zu können“. Es reiche Deutschlands oberstem Geheimdienst nicht mehr aus, Bildmaterial auf dem kommerziellen Markt anzukaufen oder bei internationalen Partnern anzufragen.

BND hat Nachholbedarf

Zu den internationalen Partnern gehören die US-amerikanischen Geheimdienste. Mit den Satelliten würde der BND also eine technische Lücke schließen. Denn Sicherheitsexperten haben in den vergangenen Jahren immer auf die unterschiedlichen Stärken von BND und den US-Geheimdiensten verwiesen. So waren die CIA und die anderen US-Geheimdienste schon immer stark in der technischen Aufklärung, während es in der Vergangenheit eher die Stärke des BND gewesen sei, auf persönliche Quellen zuzugreifen. Dabei unterstützten sich die Geheimdienste gegenseitig beim Austausch ihrer Quellen. Darauf allein will sich der BND anscheinend nicht mehr verlassen.

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