Gewinn und Umsatz gehen zurück Bremer OHB hofft auf Internet aus dem Weltraum

Corona hinterlässt auch bei OHB Spuren: Gewinn und Umsatz gehen zurück. Künftig soll es wieder besser laufen – auch dank neuer Projekte.
18.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremer OHB hofft auf Internet aus dem Weltraum
Von Stefan Lakeband

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB setzt auf das Geschäft mit Internet aus dem All. Derzeit habe man diesbezüglich zwei interessante Projekte. Das teilte OHB-Vorstand Lutz Bertling am Mittwoch mit.

Im Januar wurde ein OHB-Satellit ins All gebracht. Ziel dieser Mission war es, für einen unbekannten Kunden eine Frequenz zu sichern, mit der sich später eine Konstellation mehrerer Satelliten betreiben lässt, um die Erde mit Internet aus dem Weltraum zu versorgen. „Diese Frequenz ist sehr mächtig“, sagt Bertling. Sollten sich die Pläne des Investors konkretisieren, könnte sich die Konstellation gegen Projekte wie Starlink und Oneweb behaupten, glaubt der Vorstand. OHB könnte die Satelliten dafür bauen.

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Für ein ähnliches Projekt der Europäischen Union ist OHB laut Vorstandschef Marco Fuchs bereits Teil einer Studie: Sollte es tatsächlich umgesetzt werden, gehe er von einer Beteiligung seines Unternehmens aus. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Rolle spielen werden“, sagt Fuchs. Internet aus dem All ist nicht nur für ländliche Gegenden interessant, in denen bislang schnelle Datenleitungen fehlen. Auch für die Industrie, die zunehmend digitalisiert wird, ist eine schnelle Datenübertragung wichtig.

Trotz dieser guten Aussichten hat OHB das vergangene Geschäftsjahr schlechter abgeschlossen, als man erwartet hatte. Wie viele andere Firmen spürt auch das Raumfahrtunternehmen die Corona-Pandemie. Ihre Folgen zeigen sich beim Blick auf die Geschäftszahlen. Der geplante Jahresumsatz von einer Milliarde Euro wurde nicht erreicht; er lag 2020 bei rund 900 Millionen Euro. Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen lag mit 42 Millionen Euro etwas unter der Prognose.

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Mit Blick auf diese Zahlen spricht Fuchs dennoch von einem „gesunden Niveau“. Aktuell gehe man davon aus, dass man in diesem Jahr wieder die Milliardenmarke beim Umsatz erreichen werde. Auch der Gewinn soll auf rund 45 Millionen Euro steigen. Für diese Zuversicht dürfte auch der Auftragsbestand sorgen. Er liegt mit 2,6 Milliarden Euro auf einem Rekordniveau.

Unklar ist noch, wie es mit den Galileo-Satelliten weitergeht. Überraschend hatte OHB im Januar die Ausschreibung für die zweite Generation verloren – und wenig später dagegen geklagt. Ein Ergebnis steht noch aus. Zu den genauen Details äußert sich der OHB-Vorstand nicht. Nur so viel sagt Fuchs: „Ich gehe davon aus, dass es uns eine ganze Weile beschäftigen wird.“

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