Nächste Veränderung bei der OLB OLB und Neelmeyer fusionieren

Die Bremer Kreditbank und die OLB sind bereits verschmolzen. Die neue OLB will jetzt angesichts steigender Regulatorik auch mit dem Bankhaus Neelmeyer zusammengehen. Die Traditionsmarke soll aber bleiben.
05.12.2018, 19:46
Lesedauer: 3 Min
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OLB und Neelmeyer fusionieren
Von Lisa Schröder

Im Haus der Oldenburgischen Landesbank wächst erneut etwas zusammen. Die Regionalbank soll nun auch mit dem Bankhaus Neelmeyer in Bremen fusionieren. Das Unternehmen hat dazu alles in die Wege geleitet. Die Fusion wird erst mit dem Eintrag ins Handelsregister gültig, was nach Hoffnung der OLB bis zum Jahresende der Fall sein könnte. Durch die Zusammenführung unter dem Dach der OLB werde das Bankhaus Neelmeyer „von den steigenden Regulierungsanforderungen befreit“, heißt es dazu von Sprecherin Britta Silchmüller. Die Bankverbindungen für alle Kunden von Neelmeyer verändern sich in diesem Zuge.

Im Sommer verschmolzen bereits die Bremer Kreditbank (BKB) und die OLB miteinander. Neelmeyer gehört der BKB seit der Übernahme wiederum seit fast einem Jahr. Die Ausrichtung der beiden verbleibenden Banken ist klar: Die OLB vereint bei sich die Privat- und Geschäftskunden, Firmen- und Unternehmenskunden sowie das Wealth Management für bisher aus Oldenburg betreute Kunden. Neelmeyer konzentriert sich in Zukunft ausschließlich auf das Wealth Management in Bremen und der Region und damit die sehr vermögenden Kunden. Die Marke soll auf jeden Fall bleiben. Das machte auch der Vorstandsvorsitzende der OLB, Axel Bartsch, im Interview mit dem WESER-KURIER deutlich: „Das Wealth Management ist ganz klar bei Neelmeyer richtig aufgestellt. Diesen Namen werden wir pfleglich behandeln.“

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Um die Grenzen der beiden Marken klar zu setzen, haben die Häuser Teile ihrer nun gemeinsamen Kunden von der einen in die andere „Welt“, wie Bartsch es versteht, begleitet. Privatkunden der BKB sind zum Wealth Management von Neelmeyer gewechselt, Firmenkunden zur „OLB-Welt“ geführt worden. Dabei sieht die Bank etwa für Girokunden viele Vorteile bei der OLB: das Onlinebanking, die Banking-App und zusätzliche Angebote zum Beispiel bei der Baufinanzierung.

Mitteilung verwirrt Kunden

Allerdings hat der Umzug bei einem Kunden für Verwirrung gesorgt. Vor ein paar Wochen bekam er ein Schreiben mit der Betreffzeile „Neue Perspektiven brauchen Veränderung“, in dem es um die Fusion von Neelmeyer mit der OLB zum Ende des Jahres geht. Dort heißt es dann: „Im Privatkundengeschäft wird ab dem 1. Januar 2019 die OLB Ihr starker Partner für alle Finanzfragen.“ Für den Kunden war damit klar, dass der Name Neelmeyer ebenfalls – wie die BKB – der Vergangenheit angehören soll. Das sei ihm auch aus Gesprächen mit der Bank vermittelt worden. „Da war ich ganz erstaunt.“

Der Name bleibt aber, stellt Sprecherin Silchmüller klar: „Neelmeyer ist uns wichtig.“ Das Bankhaus stehe im Bremer Raum als Synonym für Vermögenssorge. „Diese wertvolle Marke, diesen bekannten Namen und dieses renommierte Angebot für vermögende Privatkunden werden wir in bewährter Form beibehalten.“ Doch es passen eben nicht alle Kunden ins Wealth Management. Die OLB musste dem Kunden im Prinzip diese Nachricht beibringen, dass er mit seinen Girokonten nicht mehr zur Bank passt. Doch welcher Ton, welche Worte sind dabei richtig?

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Zum Jahresanfang erhält der Kunde, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nun eine neue Bankverbindung für seine Privat- und Firmenkonten. In Zukunft ist die OLB in der Wachtstraße sein Anlaufpunkt. Ein Angebot, bei Neelmeyer zu bleiben, habe es nicht gegeben. Selbst nach einem weiteren Gespräch mit der Bank sei er nicht aufgeklärt worden, dass es die Marke weiter gibt: „Das soll nun doch alles OLB heißen.“

Ein Jahr gibt es eine Übergangsphase für alle bisherigen Kunden von Neelmeyer. Die alte Kontoverbindung funktioniert in dieser Zeit noch: Zahlungseingänge und Lastschriften werden bis Ende des nächsten Jahres auf die neue Kontoverbindung weitergeleitet, Daueraufträge werden automatisch übernommen. Die OLB bietet zudem an, die neue BIC und IBAN „regelmäßigen Zahlungspartnern“ mitzuteilen, wie es im Brief heißt.

Weiterhin hohe Gebühren

Der Mann überlegt nun allerdings, ob er die Bank wechseln will. Die Gebühren von Neelmeyer seien für ihn im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die OLB sei jetzt zwar wieder günstiger, aber noch immer nicht auf dem alten Niveau. Weil sich seine Kontodaten in jedem Fall ändern, sei der Zeitpunkt gut. „Sie haben es mir leichter gemacht.“

Umstellen musste er sich schon als der Standort von Neelmeyer in Schwachhausen schloss. Als Filiale ist nur das Stammhaus am Markt geblieben. Hinter der OLB stehen die Investmentgesellschaften Teacher Retirement System of Texas, Apollo Global Management sowie Grovepoint Capital.

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