Offenbar finanzielle Probleme

OLT kämpft um die Existenz

Bremen. Für die Ostfriesische Lufttransport GmbH geht es nun offenbar um die Existenz. Sollten die Rettungsbemühungen scheitern, würden in Bremen und Emden Arbeitsplätze wegfallen. Für den Flughafen Bremen hat OLT eine wichtige Bedeutung.
03.08.2011, 05:53
Lesedauer: 2 Min
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Von Günther Hörbst
OLT kämpft um die Existenz

Airport Bremen aus der Vogelperspektive.

Udo Meissner

Bremen. Für die Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) geht es nun offenbar um die Existenz. Das hat der WESER-KURIER aus Branchenkreisen erfahren. Sollten die derzeitigen Rettungsbemühungen scheitern, wären an den Standorten Bremen und Emden rund 80 Mitarbeiter ihren Job los.

Hintergrund sind offenbar massive finanzielle Probleme. Dazu dürfte beigetragen haben, dass OLT zum November den Werksverkehr zwischen den Airbus-Standorten Hamburg/Bremen und Toulouse an Germania verliert. Der Shuttle-Service war europaweit ausgeschrieben worden.

Eine OLT-Sprecherin erklärte gestern auf Nachfrage lediglich, der bis Ende Oktober laufende Sommerflugplan werde wie vorgesehen abgewickelt. Über den Winterflugplan führe man derzeit "Gespräche in verschiedensten Richtungen". In zwei Wochen könnte es Klarheit geben.

Der Flughafen Bremen bestätigt, von Problemen der Airline zu wissen, das Aus für OLT will er jedoch nicht bestätigen. "Wir haben von der Schieflage der OLT in der vergangenen Woche erfahren", sagte Flughafen-Sprecher Florian Kruse. "Wir sind derzeit am Markt unterwegs." Was das bedeutet, erklärt Ingrid Schultheis. Sie ist Geschäftsführerin der Regionalfluggesellschaft Cirrus Airlines in Saarbrücken. "Wir hatten gestern ein erstes Gespräch mit Herrn Bula, dem Geschäftsführer des Flughafens Bremen", sagte sie dem WESER-KURIER. "Wir sind interessiert an neuen Standorten und haben uns über mehrere Verbindungen ab Bremen unterhalten."

Interessant sind die Saarländer für Bremen, weil Cirrus laut ihrer Geschäftsführerin Verbindungen zusammen mit der Lufthansa und der Swiss bedient. "Eine Entscheidung, ob wir uns in Bremen engagieren werden, wird Ende August fallen", sagte Schultheis. "Bis dahin werden wir uns die Potenzialanalyse, die uns Herr Bula übergeben hat, genau prüfen."

Für Bremen ist zumindest eine Strecke der OLT von großer Bedeutung: die mit zwei Verbindungen täglich bediente Strecke Bremen-Zürich, die die OLT im Verbund mit der Schweizer Fluglinie Swiss als Zubringerdienst fliegt. Bula hat die Strecke Mitte Juli in einem Interview mit dem WESER-KURIER als Verbindung mit besonders viel Potenzial beschrieben. "OLT-Swiss hat bei Bremen-Zürich im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 230 Prozent gehabt", sagte er. Und weiter: "Nach den Sommerferien werden wir einen dritten Verstärkerdienst auch mittags an drei Tagen die Woche anbieten." Laut Bula ist die Strecke für die OLT hoch profitabel.

Die OLT-Krise hat andere Ursachen. Sie begann bereits im April vergangenen Jahres, als man nach dem Vulkan-Ausbruch auf Island wie alle anderen europäischen Fluggesellschaften tagelange Ausfälle verkraften musste. Anschließend kostete die Flottenverkleinerung viel Geld. Es gab Entlassungen, einen teuren Sozialplan und aufwendige Schulungen für die Piloten.

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