Papier kann gespart werden Gegen die Zettelwirtschaft: Digitaler Lieferschein im Einsatz

Im Moment ist in der Logistik noch viel Papier nötig. Das soll sich nun aber mit einem digitalen Lieferschein ändern. Die Bundesvereinigung Logistik mit Sitz in Bremen war an der Lösung beteiligt.
20.10.2022, 18:53
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Gegen die Zettelwirtschaft: Digitaler Lieferschein im Einsatz
Von Lisa Schröder

Um Millionen Blätter Papier geht es, die heute noch für Logistikprozesse in Industrie und Handel gebraucht werden – was viele Handgriffe erfordert. In Zukunft soll es anders gehen. Und der Startschuss dafür ist nun gefallen: Ein digitaler Lieferschein kann ab sofort erprobt werden.

Über das neue Onlineangebot könnten jetzt alle Partner entlang der Lieferkette digitale Lieferscheine und perspektivisch auch andere Transportdokumente miteinander austauschen, äußert sich Martin Schwemmer, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik (BVL) mit Sitz in Bremen, zur Lösung: "Das aufwendige Handling des Papier-Lieferscheins ist damit hinfällig.“ Die Plattform sei in vielen Branchen für den Warenverkehr sofort einsetzbar – und das von den Lieferanten bis zum Handel. Die Bundesvereinigung Logistik und GS1 Germany haben den digitalen Lieferschein für den Einsatz fertiggestellt, zusammen mit T-Systems und Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung.

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180 Millionen Blatt Papier allein im Einzelhandel

Um welche Dimensionen an Einsparungen es dabei geht? Lieferungen zu Großhändlern oder Verteilzentren des Einzelhandels werden nach Angaben des BVL auch heute noch grundsätzlich von Lieferscheinen in Papierform begleitet. "Allein für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland sind das mindestens 20 Millionen Lieferscheine pro Jahr. Das ergibt bei mehrfacher Ausfertigung mindestens 180 Millionen Blatt Papier", heißt es in der Mitteilung zum digitalen Lieferschein. Das entspreche 1.500 Bäumen mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern und einer Höhe von 25 Metern. Die Einführung des digitalen Lieferscheins über die Online-Plattform Cloud4Log könne den Papierbelegen endlich ein Ende bereiten.

Für die Lösung gab es einen prominenten Auftakt. Der Startschuss für den Livebetrieb von Cloud4Log fiel am Donnerstag auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. An der Sache beteiligt sind bereits mehr als 40 Unternehmen: Hersteller wie Frosta aus Bremerhaven sind dabei, Henkel und Nestlé, Transportunternehmen wie Dachser, DHL Supply Chain, Fiege und die Nagel-Group. Auch die Drogeriekette DM, Lidl und Rewe sind dabei.

Fahrer können den Lieferschein permanent abrufen

Wer die neue Lösung für die Logistik nutzt, braucht künftig keinen Papierbeleg mehr. Der digitale Lieferschein steht während des Lieferprozesses und zehn Wochen darüber hinaus zur Verfügung. In einem der ersten Schritte scannt der Fahrer oder die Fahrerin einen im Warenausgang des Herstellers erzeugten QR-Code – zum Beispiel per Smartphone. Darauf wird dann auch der Link zum digitalen Lieferschein hinterlegt. Der begleitet den gesamten Prozess der Lieferung. Wenn es etwa einen Schaden gibt, können Bilder davon in der Cloud quasi digital angeheftet werden.

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