Nach über 60 Jahren Park Hotel: Sparkasse steigt aus

Bremen. Ende einer engen Verbindung. Nach über 60 Jahren zieht sich die Sparkasse Bremen als Anteilseigner des Park Hotels zurück. Ihre Anteile gehen an die Betreiber der Atlantic-Hotelgruppe.
29.05.2013, 05:00
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Park Hotel: Sparkasse steigt aus
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Einst war die Sparkasse Bremen mit mehr als 90 Prozent am Park Hotel beteiligt. Eine Institution in der Hansestadt hatte die andere im Besitz. Dann veränderten sich die Eigentumsverhältnisse, das Park Hotel ging in eine Fondsgesellschaft über, an der die Sparkasse mit 25,1 Prozent immerhin noch mit einer Sperrminorität beteiligt war. Nun ist auch das vorbei, wie das Kreditinstitut jetzt bestätigt hat. Die Anteile sind verkauft und zwar komplett, sodass im Park-Hotel erstmals in seiner 60-jährigen Geschichte kein Stück Sparkasse mehr steckt.

Käufer der Anteile sind je zur Hälfte Kurt Zech und Joachim Linnemann, die gemeinsam die Bremer Atlantic-Hotelgruppe betreiben. Wie zuvor die Sparkasse verfügen auch sie jetzt über eine Sperrminorität, was aber nur dann zum Tragen kommt, wenn das Park-Hotel verkauft werden soll oder die Fondsgesellschaft ihre Satzung verändern will.

Die Atlantic-Gruppe hatte sich in den vergangenen Monaten vergeblich bemüht, das Park Hotel zu kaufen. Zu der Zeit war die Sparkasse noch Teilhaber, und mit ihr allein wäre der Handel vermutlich über die Bühne gegangen. Der Mehrheitsgesellschafter, die Kölner Unternehmensgruppe Ebertz&Partner, winkte jedoch energisch ab. Kein Verkauf, nur Verpachtung, hieß es. Und tatsächlich wurde vor wenigen Tagen ein neuer Betreiber des Fünf-Sterne-Hauses präsentiert. Es ist die Neue-Dorint-Gruppe, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Ebertz&Partner.

Warum die Sparkasse nun ihre Anteile am Park Hotel verkauft hat, begründet sie nicht weiter. Dass es Zech und Linnemann sind, die eingestiegen sind, wird aber kommentiert: "Mit diesen beiden traditionsreichen Bremer Unternehmen ist sichergestellt, dass auch künftig die bremischen Interessen gewahrt werden können."

Joachim Linnemann bezeichnet die Entscheidung der Atlantic-Gruppe als Teil einer langfristigen Überlegung. "So haben wir einen Fuß in der Tür", sagt Linnemann.

Das Park Hotel war im Februar in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Mittlerweile läuft ein Insolvenzverfahren, das auch die Nebenbetriebe "Meierei" im Bürgerpark und "Höpken’s Ruh" in Oberneuland betrifft. Die Neue Dorint GmbH, eine Gesellschaft mit europaweit 40 Hotels, zu denen auch Fünf-Sterne-Häuser gehören, wird nur das Park Hotel betreiben und hat für die nahe Zukunft eine Millionen-Investition angekündigt. Für die "Meierei" bewirbt sich ein Unternehmen, das Joachim Linnemann nahesteht. Und bei Höpken’s Ruh ist noch offen, wie der Betrieb weitergeführt wird.

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