Protest in Osnabrücker Innenstadt

Höhere Löhne für Bauarbeiter gefordert

Die Industriegewerkschaft Bau fordert für Bauarbeiter mehr Lohn und auch einen Ausgleich für die Wegezeit. Am Sonnabend erhöht sie den Druck mit einem Aktionstag. Auch Beschäftitge aus Bremen sollen dabei sein.
04.08.2021, 17:14
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Höhere Löhne für Bauarbeiter gefordert
Von Lisa Boekhoff
Höhere Löhne für Bauarbeiter gefordert

Die IG Bau plädiert in den Verhandlungen für Beschäftigte in der deutschen Bauwirtschaft auch für eine Anpassung der Ost- an die West-Einkommen.

Julian Stratenschulte/DPA

Um ihre Forderungen in den aktuellen Tarifverhandlungen zu unterstreichen, ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) für Sonnabend zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Beschäftigte aus der Baubranche in Norddeutschland sollen dabei in der Innenstadt von Osnabrück für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen protestieren. Mehrere Hundert Teilnehmer aus Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg werden erwartet.

Die Tarifverhandlungen werden für bundesweit rund 890.000 Beschäftigte in der Bauwirtschaft geführt – davon knapp 5200 im Land Bremen. Ende August sollen die Gespräche in Berlin weitergehen. In drei Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber noch kein akzeptables Angebot für eine Lohnerhöhung und die Entschädigung der langen Fahrzeiten zu den Baustellen vorgelegt, kritisierte der Regionalleiter der IG Bau für Niedersachsen Eckhard Stoermer. Die Bauarbeiter müssten an den guten Geschäften der Unternehmen beteiligt werden. „In Niedersachsen und im gesamten Norden laufen die Arbeiten auf den Baustellen trotz der Pandemie nach wie vor auf Hochtouren – vom Wohnungsbau über die Instandhaltung von Straßen bis hin zum Gleisbau“, äußerte sich Stoermer in der Mitteilung der IG Bau. Darin zitiert die Gewerkschaft eine Schätzung des Pestel-Instituts, wonach Niedersachsens Baugewerbe im vergangenen Jahr rund 19,4 Milliarden Euro erwirtschaftet habe und damit elf Prozent mehr als im Vorjahr.

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Ende Juli einigten sich die Gewerkschaft und die Branchenverbände auf das weitere Vorgehen. Wie die Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) Ilona Klein gegenüber dem WESER-KURIER erklärte, hat man sich dabei auf einen Fahrplan für die nächsten Termine verständigt. So soll es zunächst schwerpunktmäßig um die Entschädigung für Wegstrecken gehen. „Wir haben in den konstruktiven Gesprächen neben der Einigung auf Themen und Termine bereits einzelne Punkte sondiert", äußerte sich Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des ZDB, im Anschluss an die Runde.

Zum Protest in Osnabrück mit Kundgebung kommt auch der Verhandlungsführer der IG Bau Carsten Burckhardt vom Bundesvorstand. Die Industriegewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent und einen Ausgleich für die Wegezeit. Außerdem setzt sie sich für die Anpassung der Ost- an die West-Einkommen ein.

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