Billigflieger Ryanair-Passagiere hoffen auf Entschädigung

Der Bremer Flughafen ist kaum von den Flugannullierungen von Ryanair betroffen. Einige Passagiere können aber mit einer Entschädigung rechnen.
19.09.2017, 17:58
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Ryanair-Passagiere hoffen auf Entschädigung
Von Stefan Lakeband

Bis Ende Oktober will Ryanair mehrere Hundert Flüge streichen – und stellt damit viele Passagiere vor große Probleme. Sie haben teils schon vor Monaten gebucht und müssen sich nun überlegen, wie sie mit ihrer annullierten Reise umgehen wollen.

Nach eigenen Angaben hat die Fluggesellschaft alle Passagiere per E-Mail benachrichtigt, deren Flüge gestrichen werden. Zudem hat das Unternehmen auf seiner Website auch Listen mit allen Verbindungen veröffentlicht, die ausfallen werden. Hier weist es auch darauf hin, dass die Reisenden nun die Möglichkeit hätten, sich die Kosten für das Flugticket rückerstatten zu lassen oder aber kostenfrei auf einen anderen verfügbaren Flug umbuchen könnten. Entsprechende Formulare sind verlinkt. Ein Bremer, der am kommenden Donnerstag von Alicante zurück in die Hansestadt fliegen wollte, hat damit aber keine guten Erfahrungen gemacht. „Man wurde auf einen Chat umgeleitet. Der war jedoch komplett überlastet“, sagt er. Als er endlich mit einem Mitarbeiter in Kontakt war, seien die Alternativ-Angebote von Ryanair nicht zufriedenstellend gewesen. So habe man ihm unter anderem eine Umbuchung vorgeschlagen – allerdings auf einen Flug, der eine Woche später gehen soll.

Lesen Sie auch

Der Bremer hat sich nun den Ticketpreis erstatten lassen und einen Flug bei einer anderen Airline gebucht. Außerdem will er versuchen, eine Ausgleichszahlung zu bekommen. Laut einer EU-Verordnung stehen Reisenden, deren Flüge kurzfristig gestrichen werden, bis zu 600 Euro zu. „Dieser Fall tritt ein, wenn die Airline den Passagier weniger als zwei Wochen vor dem geplanten Flugtermin über den Ausfall des Fluges informiert“, sagt Adrian Kreller vom Fluggastportal Air Help. Passagiere sollten daher genau darauf achten, wann sie von Ryanair über die Streichung ihres Fluges benachrichtigt wurden. Portale wie Air Help oder auch Refund.me setzen sich mit der Fluggesellschaft in Verbindung und machen die Rechte der Passagiere stellvertretend geltend. Bei Erfolg behalten sie eine Gebühr für sich ein – in der Regel etwa 25 Prozent. Sollte den Passagieren keine Entschädigung zustehen, dann ist der Service der Portale kostenfrei. Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, weist aber auch darauf hin, dass sich Reisende natürlich auch persönlich mit ihren Ansprüchen an die Fluggesellschaft wenden können. So würden sie vermeiden, eine Gebühr an Dritte zu zahlen.

Lesen Sie auch

Laut Angaben von Ryanair sind von den Flugausfällen sechs Verbindungen von und nach Bremen betroffen. Annulliert wird demnach eine Verbindung zwischen der Hansestadt und Alicante am Donnerstag. Einen Tag später fallen die Flüge von und nach Mailand aus; gleiches gilt für eine Verbindung am Sonntag nach London. Auch die Auswirkungen auf den Hamburger Flughafen sind vergleichsweise gering: Ein Start und eine Landung werden am Freitag auf der Strecke Madrid-Hamburg gestrichen; am Montag waren zwei Flüge der Verbindung Manchester-Hamburg ausgefallen.

Ryanair hatte am Freitag angekündigt, bis Ende Oktober täglich bis zu 50 ihrer mehr als 2500 Flüge abzusagen. Dies werde aber für weniger als zwei Prozent der Kunden Auswirkungen haben. Mit der Maßnahme will das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Pünktlichkeit verbessern. Zudem müssten Urlaubsansprüche der Crews berücksichtigt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+