Scania plant offenbar MAN-Übernahme

München (wk). Die Zeit der Eigenständigkeit könnte für den Lastwagenbauer MAN ablaufen. Gerüchte über ein Zusammenrücken mit dem schwedischen Konkurrenten Scania verdichten sich, allerdings unter Vorzeichen, die manchem nicht gefallen dürften. Seit mehreren Monaten reden beide Unternehmen über eine mögliche technische Zusammenarbeit, nun könnten sich die Strukturen ändern. Angeblich sollen die Schweden die Münchner übernehmen - für den Volkswagen-Konzern. Dort, in Wolfsburg, werden die Fäden gezogen. VW hält die Stimmmehrheit bei Scania und ist außerdem größter MAN-Aktionär.
16.11.2010, 05:00
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Von WESER-KURIER

München (wk). Die Zeit der Eigenständigkeit könnte für den Lastwagenbauer MAN ablaufen. Gerüchte über ein Zusammenrücken mit dem schwedischen Konkurrenten Scania verdichten sich, allerdings unter Vorzeichen, die manchem nicht gefallen dürften. Seit mehreren Monaten reden beide Unternehmen über eine mögliche technische Zusammenarbeit, nun könnten sich die Strukturen ändern. Angeblich sollen die Schweden die Münchner übernehmen - für den Volkswagen-Konzern. Dort, in Wolfsburg, werden die Fäden gezogen. VW hält die Stimmmehrheit bei Scania und ist außerdem größter MAN-Aktionär.

In knappen Worten teilten die Schweden jetzt mit, was Fachleute lange erwartet haben: Scania prüft einen Zusammenschluss mit MAN. Unklar sind die Bedingungen. Die Münchner vermieden in einer Stellungnahme allerdings das Wort Zusammenschluss. Auch bei VW übt man sich in Zurückhaltung. Ein Sprecher sagte: 'Wir unterstützen die Gespräche der beiden Unternehmen.' Nun müsse man abwarten, was dabei herauskommt. Weder sei ein Ergebnis absehbar, noch eine Entscheidung gefallen, betonte MAN schriftlich.

Seit Jahren wird VW nachgesagt, die Lkw-Geschäfte neu ordnen und unter dem Dach des Konzerns bündeln zu wollen. Einen Vorstand dafür haben die Niedersachsen mit Jochem Heizmann bereits berufen.

Spekuliert wird nun, dass VW den Anteil an Scania weiter aufstocken und das eigene MAN-Paket an die Schweden weiterreichen könnte. Die würden ihrerseits den verbleibenden MAN-Aktionären ein Übernahmeangebot machen, schreibt der 'Spiegel'. Treibende Kraft hinter den Plänen für ein engeres Zusammenrücken der Lastwagenbauer dürfte wohl der mächtige Automann Ferdinand Piëch sein, VW- und MAN-Aufsichtsratschef. Er soll sich seit Jahren eine Lastwagenholding wünschen, die das Angebot des Konzerns abrundet: von Klein-, über Sport- und Luxus- bis hin zu schweren Lastwagen.

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