Ab jetzt auch in Bremen

Vodafone startet mit echtem schnelleren 5G-Netz

Ab jetzt sind in Bremen im Mobilfunk Datengeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich. Dazu hat Vodafone seine ersten echten 5G-Antennen am Netz. Damit wären Bagger in Echzeit fernsteuerbar.
13.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christoph Dernbach
Vodafone startet mit echtem schnelleren 5G-Netz

Ein Techniker arbeitet an den Servern im ersten 5G-„Standalone“-Standort von Vodafone in Frankfurt am Main. Dabei setzt die Technik komplett auf 5G und benötigt nicht mehr die Unterstützung des Vorgängerstandards LTE.

Roessler/DPA

In Bremen sind am Montag von Vodafone die ersten reinen 5G-Mobilfunkmasten an den Start gegangen. Das bedeutet, dass das schnellste mobile Datennetz hier ohne die Vorgängertechnik LTE auskommt. So hat das Mobilfunkunternehmen in der Hansestadt die ersten 15 5G-Antennen an fünf Standorten ans speziell dafür entwickelte Rechenzentrum angebunden. Der Vodafone-Vorstandsvorsitzende Hannes Ametsreiter sagt: „Als erster Netztreiber legen wir bei 5G die LTE-Stützräder beiseite und starten mit einem 5G-Kernnetz – nicht für interne Tests, sondern im Livenetz für unsere Kunden, die in Bremen schon in diesem Monat an ersten Orten Echtzeit im Mobilfunk erleben können.“

Rund 1000 Antennen in 170 Städten

Deutschlandweit hat das Unternehmen rund 1000 Antennen in 170 Städten und Gemeinden freigeschaltet. Die neue Version „5G Standalone“, die ohne einen LTE-Anker auskommt, zeichnet sich vor allem durch äußerst kurze Datenlaufzeiten aus. Vodafone verspricht mit den echten 5G-Sendemasten Bandbreiten von bis zu 700 Megabit pro Sekunde. LTE schafft dagegen Geschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde. Ein Vodafone-Sprecher erläutert: „Eine 5G-Standalone-Antenne kann pro Quadratkilometer bis zu eine Million Menschen und Maschinen zeitgleich vernetzen. Das ist etwa zehn Mal so viel wie bislang 5G Non-Standalone.“ Außerdem vergrößere es die Reichweite der 5G-Stationen um 20 Prozent. Laut Vodafone sparen die Smartphones 20 Prozent Energie, weil sie nicht mehr gleichzeitig im 5G- und im LTE-Netz eingebucht sein müssen.

Auch die Datenlaufzeiten zwischen Smartphone und Antenne werden wesentlich kürzer. Private Nutzer profitieren etwa bei Online-Computerspielen davon, weil sie ohne Zeitverzug reagieren können. Diese geringe sogenannte Latenz ist auch für kommerzielle Anwender interessant. Sie können beispielsweise aus der Ferne einen Bagger oder andere technische Geräte ohne jeden Zeitverzug steuern. Mit einer geringen Latenz werden auch Anwendungen der Augmented Reality erleichtert, bei der virtuelle Inhalte in eine reale Umgebung in Echtzeit eingeblendet werden.

Deutsche Telekom testet in Garching

Vodafone ist nicht der einzige Provider, der sich mit dem Thema auseinandersetzt: Die Deutsche Telekom testet „5G Standalone“ bereits seit Februar in Garching bei München, hat bislang aber noch keinen größeren Live-Betrieb in der Fläche angekündigt. Wettbewerber Telefónica (O2) hat den Start des „reinen“ 5G-Betrieb für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

Der Ausbau von „5G Standalone“ bei Vodafone betrifft alle Mobilfunk-Stationen in Deutschland im 3,5-Gigahertz-Bereich. Die bislang verfügbaren 5G-Netze setzen nur eine abgespeckte Version des ultraschnellen Übertragungsstandards um. „5G Standalone“ ermöglicht auch das „Network Slicing“. Dabei kann ein physisches Netz in mehrere virtuelle Netze mit unterschiedlichen Anforderungen und Bandbreiten unterteilt werden. So könnte beispielsweise einem TV-Team in einem voll besetzten Bundesliga-Stadion ein eigenes virtuelles Mobilfunknetz zugewiesen werden, mit dem ein kabelloser Kamera-Einsatz möglich wäre. Damit wäre der Sender nicht mehr auf feste Standorte mit Kabelanschluss angewiesen, sondern könnte viel flexibler agieren. Versuche dazu laufen zwischen Vodafone und dem TV-Sender Sky.

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