Made in Bremen - Teil 8: Gleistein Ropes

Seile und Taue aus Bremen

Bremen. In unserer Serie "Made in Bremen" stellen wir bremische Unternehmen und ihre Produkte vor. Was hält die Firmen in der Hansestadt? Welche Produktionsvorteile bietet Bremen? Diesmal: Gleistein Ropes
30.07.2013, 05:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Anne-Christin Klare
Seile und Taue aus Bremen

Beim Spleißen werden Seilenenden miteinander verbunden.

, Stefanie Preuin

Bremen. Seit fast 200 Jahren produziert das Bremer Unternehmen Gleistein Ropes Seile und Taue. Den Standort im Norden hat die Firma dabei nie in Frage gestellt, auch wenn einige Produktionsteile in die Slowakei ausgelagert wurden.

Es ist laut. In der Produktionshalle surren die Maschinen. Überall drehen sich dünne Garne, lange bunte Seile werden aufgewickelt und dicke Taue fallen schwerfällig zu Boden. Ohne Ohrstöpsel ist es kaum auszuhalten.

Gleistein Ropes produziert Seile. Und das schon seit 1824. Die Idee dazu hatte damals Kapitän Georg Gleistein. Er drehte die ersten Taue - natürlich für die Schifffahrt. Sein Porträt hängt noch immer im Eingangsbereich des Unternehmens. Das Handwerk hat der Bremer an seinen Sohn weitergegeben, und der wiederum an seinen Sohn und so weiter. Bis heute ist die Firma in Familienhand. Und bis heute werden die meisten Seile noch immer für die Schifffahrt produziert. Doch das Sortiment ist größer geworden. Längst werden auch mit Draht verstärkte Seile für Spielplätze, elastische Varianten für Kletterer oder dünnere Seile für den Wassersport produziert.

Das kleinste Seil, das bei Gleistein Ropes produziert wird ist gerade mal einen halben Zentimeter dick, das dickste hat einen Durchmesser von 30 Zentimeter – es kommt in erster Linie bei Rettungsmanövern auf der Hochsee zum Einsatz.

Gleistein Ropes hat Bremen seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert nicht verlassen. Einmal ist das Unternehmen 1984 von Vegesack nach Blumenthal gezogen und da will die Firma jetzt auch bleiben. „Es gibt keinen Grund für uns, den Standort zu wechseln“, sagt Jan Paul, der das Marketing für die Firma betreut. „Wir sind hier stark verwurzelt und die Infrastruktur ist gut.“

86 Mitarbeiter arbeiten in dem Bremer Werk. Rund 90 Beschäftigte arbeiten in einem weiteren Werk in der Slowakei. Während dort günstige Standardanfertigungen gemacht werden, entstehen in Bremen die Sonderanfertigungen. „Wir haben vor einigen Jahren eine Niederlassung im Ausland errichtet, da die Konkurrenz durch in Billiglohnländern produzierte Seile zunimmt“, erklärt Paul. „Durch die zweite Niederlassung können wir in dem Wettbewerb gut mithalten.“

Die Rohstoffe für ein Seil kommen aus aller Welt. Die Fasern werden eingekauft und dann in Bremen verarbeitet. „Man kann schon sagen, dass unsere Produkte „Made in Bremen“ sind“, sagt Paul, "schließlich sind die Fasern allein nicht nutzbar, erst hier werden sie veredelt.“

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