Verkauf von Flügen ab und nach Bremen

Senat stoppt Plan für Aufbau einer Reise-Firma

Bremen. Ein gemeinsames Unternehmen der Flughafen Bremen GmbH und eines Hapag-Lloyd-Reisebüros ist für die Vermarktung des Airport Bremen vorgesehen gewesen. Nun ist ein entsprechender Senatsbeschluss aber doch wieder ausgesetzt worden.
05.12.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Senat stoppt Plan für Aufbau einer Reise-Firma
Von Wigbert Gerling
Senat stoppt Plan für Aufbau einer Reise-Firma

Mit einem eigenen Unternehmen sollen Flugreisen von und ab Bremen besser vermarktet werden.

dpa

Bremen. Ein gemeinsames Unternehmen der Flughafen Bremen GmbH mit dem Hapag-Lloyd-Reisebüro in Emden? Ein Senatsbeschluss zu diesem Vorhaben war von der Verwaltung vorbereitet worden, ist aber nun doch nicht gefasst, sondern ausgesetzt worden. Es gebe noch Diskussions- und Beratungsbedarf, hieß es nach der Sitzung der Landesregierung in der vergangenen Woche. Mit dem Projekt unter dem Namen "flybremen" soll der Verkauf von Flugreisen von und nach Bremen angekurbelt werden.

In dem mehrseitigen Konzept, das für die Kabinettsrunde vorbereitet worden war, wird darauf verweisen, dass andere, auch benachbarte Flughäfen mit einem speziellem Marketing im Tourismus wirtschaftlich gepunktet hätten. In Hannover beispielsweise betreibe der Flughafen mit einem Unternehmen ein Reisebüro, das mit überregionalem Einsatz und Aufwand für touristische Angebote via Hannover werbe. Sechs Mal jährlich würden eigens Kataloge an Haushalte in den gesamten norddeutschen Raum versendet. Ähnliche Beispiele gebe es in Hamburg oder Münster/Osnabrück. In Bremen aber verkauften Reisebüros beispielsweise Mallorca-Angebote ab Hannover, obwohl die Balearen aus der Hansestadt mehrfach pro Woche angeflogen würden.

Vor diesem Hintergrund sei es geboten, dass Bremen, so war es für das Regierungspapier formuliert worden, "verloren gegangene Marktanteile" zurückhole. Es fehle bisher jedoch an einem Anbieter, "der darauf ausgerichtet ist, explizit Reisen ab Bremen zu verkaufen". Deshalb sollte sich der Flughafen in der Hansestadt "an der neu zu gründenden ,flybremen GmbH' beteiligen". Mit einem solchen Vertriebsinstrument könne "das touristische Segment" am Neuenlander Feld gestärkt und ausgebaut werden - zumal sich das Passagieraufkommen im Flugverkehr in den kommenden Jahren nach allen Prognosen weiter nach oben entwickeln werde und die Hansestadt Bremen davon auch profitieren müsse.

Flughafen-Sprecher Florian Kruse bestätigte die Planungen und betonte, bei der Suche nach einem geschäftlichen Partner habe es Gespräche mit mehreren möglichen Unternehmen gegeben, auch außerhalb der Region Bremen. Auf die Frage, weshalb die Wahl nicht auf Tourismusfachleute aus Bremen, sondern ausgerechnet aus Emden gefallen sei, verwies er darauf, dass sich der Kernmarkt des Bremer Flughafens von Groningen über Osnabrück/Münster und Hannover bis hinauf nach Süd-Dänemark erstrecke. Auch unter diesem Blickwinkel habe sich das Emder Hapag-Lloyd-Reisebüro "als das Geeignetste" erwiesen.

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