„Manufaktur 4.0“

Smarter Fisch

Das Fischunternehmen Deutsche See will bei der Feinkostproduktion Künstliche Intelligenz einsetzen, um damit Ressourcen zu sparen. Die EU und Bremen unterstützen das Projekt.
20.12.2019, 17:57
Lesedauer: 2 Min
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Smarter Fisch
Von Lisa Boekhoff

Bremerhaven/Bremen. Schon wenige Tage vor Weihnachten gibt es für die Deutsche See in Bremerhaven gute Nachrichten. Denn das Fischunternehmen bekommt Unterstützung für ein neues Projekt. Unter der Überschrift „Manufaktur 4.0“ soll herausgefunden werden, inwieweit die Produktion sich durch Künstliche Intelligenz verbessern lässt. Als Partner arbeiten daran die Hochschule Bremerhaven sowie das Bremer Institut für Produktion und Logistik (Biba) mit.

Das Bremer Klimaschutz- und Umweltressort stellt für die Forschungsarbeit 224 000 Euro bereit. Zudem gibt es von der EU aus dem Umweltprogramm PFAU weitere 270 000 Euro. Das Projekt ist insgesamt rund 633 000 Euro groß und soll dazu dienen, die Herstellung von Salaten weiter zu optimieren. „Nachhaltigkeit ist ein Anliegen, das wir bei Deutsche See alle teilen. Deshalb ist die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit Fisch- und Meeresressourcen ein zentraler Punkt unserer Unternehmenspolitik“, sagt Ulrich Grewe, Geschäftsführer der Deutschen See. Die Digitalisierung biete dabei große Chancen für die nachhaltige Entwicklung und den Klimaschutz. Am Ende soll es laut Deutsche-See-Sprecherin Christine Marwede nicht darum gehen, die Zubereitung von Produkten zu automatisieren: „Wir fertigen unsere Feinkost von Hand und das soll auch weiter so bleiben.“ Die Künstliche Intelligenz soll aber etwa dabei helfen, eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. Mengen, Rohstoffe, Rezepturen und sensorische Faktoren sollen aufgenommen und mit Künstlicher Intelligenz verarbeitet werden.

Die smarte Produktionssteuerung soll bereits beim Wareneingang beginnen. Die Ressourcen sollen schließlich durch die digitale Hilfe noch besser eingesetzt werden, wenn sich damit exakter voraussagen lasse, wie viel Fisch benötigt und gekühlt werden müsse, heißt es in der Mitteilung der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS). Damit soll weniger Abfall entstehen. Auch der Energieverbrauch soll durch die KI transparenter werden.

Der Auftakt des Projekts ist im Januar. Um den Produktionslauf für die Forschung zu simulieren, bauen Deutsche See, Hochschule Bremerhaven und Biba einen sogenannten digitalen Zwilling der Feinkostproduktion. Die Wirtschaftsförderung der Seestadt begleitete das Projekt eng. „Manufaktur 4.0 steht für einen Wissenstransfer, wie er in Bremerhaven äußerst erfolgreich praktiziert wird. Tür an Tür„, sagt der Geschäftsführer der BIS Nils Schnorrenberger. Für viele Anforderungen, die für die Lebensmittelindustrie Hürden in der Umsetzung darstellten, fänden sich in Kooperationen mit Instituten vor Ort Lösungen. “Sei es für die Produktentwicklung, Analyse, Verarbeitung, Einlagerung oder den Transport von Lebensmitteln.“

Die Deutsche See gehört zu den größten Lebensmittelproduzenten in Bremerhaven mit rund 1800 Mitarbeitern. Neben Ulrich Grewe ist Dirk-Jan Parlevliet Geschäftsführer des Unternehmens. Dessen Inhaber ist die Gruppe Parlevliet & Van der Plas. Die bisherigen Eigentümer der Deutschen See hatten ihre Anteile 2018 aus persönlichen Gründen an sie verkauft. Voreigentümer Egbert Miebach war zu dem Zeitpunkt bereits schwer erkrankt. Er starb wenig später nach dem Verkauf.

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