Änderungen im Kabel-TV

So wissen Bremer, dass sie digital schauen

In der Nacht zum 7. August werden in Bremen und umzu im Kabelfernsehen die analogen Sender abgeschaltet. Was die Leser dazu wissen wollten, außer ob ihr TV schon alles digital hat.
16.07.2018, 21:24
Lesedauer: 4 Min
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So wissen Bremer, dass sie digital schauen
Von Florian Schwiegershausen
So wissen Bremer, dass sie digital schauen

In der Nacht zum 7. August werden in Bremen und umzu im Kabel-TV die analogen Sender abgeschaltet.

Danil Roudenko/123RF

Bis zum entscheidenden Termin sind es nur noch drei Wochen. In der Nacht zum 7. August werden in Bremen und umzu im Kabelfernsehen für immer die analogen Fernsehkanäle abgeschaltet. Wer bisher das Kabel-TV über einen Röhrenfernseher schaut, und kein besonderes Gerät zwischen dem TV und der Dose in der Wand zwischengeschaltet hat, der muss etwas unternehmen. Doch was genau zu tun ist, dazu hatte der WESER-KURIER extra für die Leser eine Telefonaktion im Haus. Für eine Stunde konnten sie Fragen an die Experten stellen. Das waren Tilman Lang im Auftrag der Bremischen Landesmedienanstalt, Marcel Stock von Vodafone Kabel Deutschland sowie Hartmut Schwarz, stellvertretender Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Wichtig war dabei: Diese Umstellung betrifft nur Kabelkunden. Wer Fernsehen über eine Zimmerantenne schaut, also terrestrisch, der braucht sich um nichts zu kümmern.

Sie beantworteten am Telefon die Fragen (von links): Tilman Lang von der Landesmedienanstalt, Marcel Stock von Vodafone Kabel Deutschland und Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale.

Sie beantworteten am Telefon die Fragen (von links): Tilman Lang von der Landesmedienanstalt, Marcel Stock von Vodafone Kabel Deutschland und Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale.

Foto: FLS

Die meistgestellte Frage der Leser an dem Nachmittag war: „Woher weiß ich, ob ich bei mir Zuhause beim Kabelfernsehen die Fernsehsender analog gucke oder digital?“ Die Experten klopften dann gemeinsam mit dem Leser ab, welche Sender er sehen kann. „Wenn Sie die Sender Tagesschau24 sehen können und ZDF Neo, dann schauen Sie schon digital, und Sie brauchen nichts zu unternehmen“, konnte Marcel Stock die Mehrheit der Leser beruhigen. Wichtig war dabei auch die Frage nach dem Gerät. Ist das Gerät ein guter alter Röhrenfernseher, braucht der Nutzer ein besonderes Gerät, und zwar einen Digital-Receiver für das Kabelfernsehen. Entsprechende Geräte gibt es ab 40 Euro aufwärts im Fachhandel und den bekannten Elektromärkten. Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale sagt: „Wer dazu weitere Infos braucht, soll zu uns zur Verbraucherzentrale in den Altenweg 4 kommen. Wir haben auch Vergleichstests vorliegen zu den Geräten.“ Die Fachhändler kommen notfalls auch nach Hause, um das Gerät anzuschließen. Das kann eventuell zusätzlich eine Servicepauschale kosten.

Ganz alte Flachbild-Geräte noch analog

Bei einigen Flachbildfernsehern ist es aber auch so eine Sache, ob die die digitalen Kanäle empfangen können. „Bei den Geräten der ersten Generation, die so etwa zehn Jahre alt sind, gibt es welche, die noch keine digitalen Kanäle empfangen können“, ergänzt Stock. Wenn die Kabelkunden allerdings von Vodafone Kabel Deutschland einen Receiver haben, an den auch der Röhrenfernseher angeschlossen ist, brauchen sie nichts zu tun. Marcel Stock erklärte einigen Lesern am Telefon: „Wichtig ist, dass Sie die Geräte in der Nacht zum 7. August nicht vom Strom nehmen.“

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Denn voraussichtlich irgendwann in der Zeit zwischen 0 und 6 Uhr werde das Vodafone-Gerät ein Update vornehmen. Bei der Umstellung wird Vodafone gleichzeitig die digitalen Sender und Internet-Frequenzen neu sortieren. Wer seinen Telefon-Festnetzanschluss auch über das Vodafone-Kabel hat, kann in den sechs Stunden zeitweise nicht telefonieren. Aber auch Fernsehen oder ins Internet gehen, wird vorübergehend nicht möglich sein. Eine Erkenntnis hat Stock auch von den Mitarbeitern, die am Kundentelefon von Vodafone arbeiten: „Die machen die Erfahrung, dass es einige Kunden gibt, denen irgendwann von Vodafone ein Receiver zugeschickt wurde, der aber irgendwo unausgepackt im Keller oder auf dem Dachboden steht und nie zwischen Kabeldose und Fernseher angeschlossen wurde.“

Es gibt keine Zusatzgebühren

Beate Wagner aus Blockdiek wollte wissen, ob sie denn mit der Abschaltung der analogen Kanäle für die HD-Sender 69 Euro pro Jahr zahlen muss: „Die Nachbarn haben sowas erzählt.“ Das verneinten sofort Tilman Lang von der Landesmedienanstalt sowie Marcel Stock von Vodafone. Lang sagte: „Wer beim terrestrischen Fernsehen, also beim Empfang mit Zimmerantenne die Privatsender in HD sehen will, der muss dafür etwas zahlen.“ Stock konnte Frau Wagner beruhigen: „Sie zahlen ja ihre monatlichen Gebühren für das Kabelfernsehen, und da wird sich nichts daran ändern.“ Es gibt also keine Zusatzgebühren.

Erika Grünhalt hat einen Receiver von Sky, um darüber auch Fußball zu gucken. Daran hat sie einen Röhrenfernseher angeschlossen und wollte wissen, ob sich für sie etwas ändert. Auch da sagte Marcel Stock: „Das funktioniert ohne anderes Gerät. Aber genauso: Den Sky-Receiver in der Nacht zum 7. August nicht vom Strom nehmen.“

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Ein Leser meldete sich, der drei Stereoanlagen ans Kabel angeschlossen hat und darüber das Radiosignal empfängt. Er bräuchte dafür einen speziellen Radio-Receiver für das Kabel. Zu überlegen sei aber auch, ob er in Zukunft Radio mit einer normalen Wurfantenne empfängt, um die Kosten für diesen Receiver zu sparen. Über UKW per Antenne kann er dann allerdings beispielsweise nicht die WDR-Sender hören, die im Kabelnetz eingespeist sind.

Von der Umstellung ist nicht nur die Stadt Bremen betroffen sondern auch das niedersächsische Umland. Die Abschaltung der analogen Kanäle erfolgt in der Nacht vom 6. auf den 7. August ebenso in Achim, Bassum, Delmenhorst, Dötlingen, Ganderkesee, Grasberg, Großenkneten, Harpstedt, Lemwerder, Lilienthal, Osterholz-Scharmbeck, Ottersberg, Oyten, Ritterhude, Schwanewede, Stuhr, Syke, Thedinghausen, Twistringen, Visbek, Weyhe und Wildeshausen.

Laufband informiert ab Dienstag

Wer sich immer noch nicht sicher ist, ob die Programme, die er über Kabel schaut, analog oder digital sind, für den hat Hartmut Schwarz einen weiteren Tipp: „Ab Dienstag, den 17. Juli, blendet Vodafone Kabel Deutschland auf den analogen Kanälen ein Laufband ein. Wer dieses Laufband sieht, weiß dass er dass er analog schaut.“ Er müsste sich dann für sein älteres Gerät ebenso einen Receiver zulegen.

Vodafone schaltet die analogen Kanäle ab, um den Platz für schnelleres Internet zu nutzen. Wer als Kabelkunde weitere Fragen zu der Umstellung hat, kann die kostenlose Telefonnummer 08 00 / 6 64 87 87 anrufen oder klickt im Internet auf die Seite www.vodafone.de/digitalezukunft. Ebenso wissen die Fachhändler, was zu tun ist.

Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich Vodafone verpflichtet hat, die Umstellung nicht für Produktwerbung zu nutzen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein berichtet aber, dass vermeintliche Vodafone-Vertreter an der Haustür Verträge und Geräte verkaufen wollten. Untergeschobene Verträge können Verbraucher innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss schriftlich widerrufen – am besten per Einschreiben.

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