Standortsicherung für Bremerhaven Sozialplan für Senvion steht

In den Verhandlungen über Standortschließungen bei Senvion haben sich alle Seiten unter anderem auf einen Sozialplan geeinigt. Für Bremerhaven wurde eine Standortsicherung bis Ende 2019 vereinbart.
01.08.2017, 18:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Almut Kipp und Peter Hanuschke

Für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeiter des Windkraftanlagenherstellers Senvion steht der Sozialplan mit seinen finanziellen Regelungen. Es werde außerdem eine Transfergesellschaft gegründet, teilte Senvion am Dienstag mit. Das Unternehmen habe sich mit den Arbeitnehmervertretern auf die wesentlichen Eckpunkte geeinigt. Die Details sollen bis zum Wochenende ausgearbeitet werden. Der Sozialplan hat ein Volumen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Betrags.

„Leider konnten wir mit den von den Betriebsräten entwickelten Alternativkonzepten keine der Schließungen verhindern“, so Bernhard Band, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates Senvion. Dennoch sei es gelungen, im Zuge der Verhandlungen einige Entlassungen zu vermeiden. Laut Unternehmen werden die Senvion-Standorte Husum und Trampe zum 31. August geschlossen.

Potenzielle Käufer

Für beide Werke gebe es potenzielle Käufer, sagte Senvion-Sprecher Immo von Fal­lois. Der Standort in Eberswalde wird zum Jahresende und die Fertigung von Rotorblättern bei Powerblades Bremerhaven zum 31. Januar 2018 geschlossen. Für das dortige Gondelwerk sei eine Standortsicherung bis Ende 2019 vereinbart worden. Letzteres habe in den vergangenen Wochen nicht im Vordergrund gestanden – da sei es in erster Linie darum gegangen, alle Standorte zu erhalten, so ein IG-Metall-Sprecher. Es sei aber Wunsch der Bremerhavener Belegschaft gewesen, diese Standortsicherung in das Gesamtpaket mitaufzunehmen und schriftlich zu fixieren, um dadurch einen stärkeren rechtsverbindlichen Charakter zu bekommen.

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„Das vorliegende Gesamtpaket ist eine akzeptable Lösung, um die sozialen Nachteile für die Beschäftigten abzufedern“, so Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg und Unternehmensbeauftragter für Senvion. Die Transfergesellschaft soll ihre Arbeit am 1. September aufnehmen und deren Mitarbeiter maximal ein Jahr lang unterstützen. Alle Auszubildenden können ihre Ausbildung bei Senvion zu Ende führen.

Mehr als 700 Stellen in Gefahr

Insgesamt will Senvion in Deutschland 730 Stellen streichen. Kommen die Werksverkäufe zustande, könnten sich Senvion-Mitarbeiter an den Standorten neu bewerben. Des weiteren seien Versetzungen angeboten worden, so der Senvion-Sprecher. Hierbei gebe es ebenfalls finanzielle Unterstützung. Das Unternehmen muss sich nach eigenem Bekunden „kostengünstiger, effizienter und schlanker aufstellen, um auf dem globalen Markt Erfolg zu haben“. Senvion hat weltweit mehr als 4500 Mitarbeiter.

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