Bremen legt zu Starkes Wachstum in Bremen für 2017

Bremen kann auch für 2017 mit einem starken Wachstum rechnen. Das geht aus den ersten vorläufigen Prognosen hervor. Eine sinkende Arbeitslosenquote bedeute dies aber nicht unbedingt.
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Starkes Wachstum in Bremen für 2017
Von Florian Schwiegershausen

Für das Jahr 2017 kann das Land Bremen mit einem kräftigen Wachstum rechnen. Das haben die vorläufigen Prognosen des Statistischen Landesamts auf Basis der Halbjahreszahlen ergeben. So konnte Bremen im ersten Halbjahr ein Wachstum von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen, das höher ist als in den übrigen Bundesländern. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich konnten es wirklich nicht glauben“, sagte der Leiter der Abteilung Wirtschaftsstatistiken beim Statistischen Landesamt, Andreas Cors, am Mittwoch anlässlich des Bremer Konjunkturgesprächs im Rathaus.

Der Motor für dieses Wachstum liege vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Das verzeichnete ein reales Wachstum von 5,4 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr 2016. „Wir sehen eine starke Zunahme bei der Bedeutung der Industrie für Bremen“, so Cors. Dies bedeute aber auch zunehmende Abhängigkeit. Der Handel wuchs um 4,6 Prozent, der Bereich Dienstleistungen um 2,7 Prozent. Cors sagte: „Diese Zahlen werden sich wohl auch für das zweite Halbjahr so fortsetzen.“ So befinde sich Deutschland allgemein im sechsten Jahr des Aufschwungs. Die führenden Wirtschaftsinstitute erwarteten, dass diese Entwicklung 2018 so anhalten wird.

Die Zahl der Arbeitnehmer wird in Bremen voraussichtlich stärker wachsen als mit 1,3 Prozent im Bund. Dass gleichzeitig die Arbeitslosigkeit in Bremen auf hohem Niveau bleibe, liegt laut Cors am Bestand der Langzeitarbeitslosen, während die neu entstandenen Jobs von zugezogenen Personen besetzt würden. Gleichzeitig sei die Zahl der Arbeitnehmerüberlassungen, also der Leiharbeitsverhältnisse, um 25 Prozent in Bremen gestiegen. Außerdem nehme allgemein die Zahl der Arbeitsplätze in Bremens traditionsreicher Branche, dem Nahrungs- und Genussmittelgewerbe ab. Dies sei durch die Jobs in der Industrie nicht zu kompensieren.

Ungeachtet der guten wirtschaftlichen Entwicklung Bremens kritisierte Wirtschaftswissenschaftlerin Mechthild Schrooten von der Hochschule Bremen am Abend die hohe Armutsquote im Land, die aktuell bei etwa 18 Prozent liegt. Gleichzeitig rügte sie das mangelnde Datenmaterial zur Messbarkeit von Armut – trotz des jährlich erscheinenden Armutsberichts der Bundesregierung: „Dieser Datenmangel ist kein Zufall, das ist eine politische Entscheidung.“ Bei der Bekämpfung der Armut setzt Schrooten nicht nur auf den Staat sondern auch auf die Bürger: „Bremen hat hier eine zivilgesellschaftliche Tradition und eine große Chance.“ Über die Trends in der globalen Ökonomie referierte bei den Konjunkturgesprächen André Wolf vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Er wies unter anderem auf die Veränderungen in China hin. Das Land sei längst nicht mehr nur die verlängerte Werkbank für die Welt.

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