Nach Standort-Schließung Oldenburgische Landesbank streicht mindestens 250 Stellen

Die Oldenburgische Landesbank will sich von mindestens 250 Beschäftigten trennen. Das teilte das Geldinstitut am Freitag mit. Einen Tag zuvor hatte es die Schließung weiterer Filialen angekündigt.
22.10.2021, 16:20
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Oldenburgische Landesbank streicht mindestens 250 Stellen
Von Florian Schwiegershausen

Bis zum Jahresende will die Oldenburgische Landesbank (OLB) 250 Vollzeitstellen abbauen. Das hat das Geldinstitut am Freitagnachmittag mitgeteilt. Zuvor hatte die Bank ihre Beschäftigten am selben Tag über die Pläne informiert. Da eine ganze Reihe der Angestellten der Bank in Teilzeit arbeiten, wird es weit über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen. Die Stellen sollen in erster Linie sozial verträglich über ein sogenanntes Freiwilligenprogramm abgebaut werden. Darauf haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat geeinigt. Demnach sollen die Beschäftigten eine Abfindung erhalten, wenn sie die Bank verlassen. Mitarbeiter  im entsprechenden Alter können in Vorruhestand gehen, weitere Beschäftigte  freiwillig ihre Arbeitszeit reduzieren.

Laut Vorstand geht es um eine Steigerung der Rentabilität und Profitabilität. Anspruch der OLB sei es, in der Konsolidierungswelle der Branche eine aktive Rolle einzunehmen und die Eigenständigkeit zu erhalten. Hierfür sei insbesondere eine höhere Eigenkapitalrendite notwendig.

Der OLB-Vorstandsvorsitzende Stefan Barth sagte: „Wir passen unsere Produkt- und Servicepalette an, wo es notwendig ist, und fokussieren uns noch stärker im Kundengeschäft. Parallel verbessern wir unsere Kostenstruktur. Denn eine hohe Rentabilität und Profitabilität der OLB sind langfristig nicht nur für die Gesellschafter bedeutend, sondern in erster Linie wichtig für unsere Kunden, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das Unternehmen an sich, da hiermit unsere Zukunftsfähigkeit spürbar gestärkt wird.“

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Einen Tag zuvor hatte die OLB die Schließung weiterer Standorte bekannt gegeben. Die Filialen Lemwerder und Sandkrug werden Anfang Dezember schließen. Bereits am 17. November trifft es die Filiale Elsfleth, die laut OLB schon länger nicht mehr für den allgemeinen Publikumsverkehr geöffnet ist. Zudem werden die SB-Standorte in Nordenham-Blexen, Stuhr und Ahlhorn aufgegeben. Kunden aus Elsfleth und Lemwerder sollen demnach vom Kompetenzcenter Brake betreut werden.

Anfang des Jahres hatte die OLB rund 2000 Beschäftigte. Bereits im Halbjahresbericht deutete der Vorstand des Geldinstituts an, im Rahmen des Transformationsprozesses Gespräche mit dem Betriebsrat zu führen. Zur OLB gehört auch das Bankhaus Neelmeyer am Bremer Marktplatz, das innerhalb des Unternehmens für das Vermögensmanagement der Kunden mit größerem Einlagenvolumen zuständig ist.

Da der Stellenabbau alle Standorte betrifft, schließt das nach Angaben von OLB-Sprecher Timo Cyriacks weder die OLB-Filiale in der Wachtstraße noch das Bankhaus Neelmeyer aus. In der Bremer Innenstadt wolle man aber präsent bleiben. Die Wachtstraße gehöre innerhalb der OLB zu einem der wichtigsten Standorte. Allerdings habe man die dort bisher ansässige IT sowie ein sogenanntes Back-Office nach Oldenburg verlagert. "In Zeiten von Homeoffice heißt das aber nicht unbedingt, dass die Kollegen nun in Oldenburg arbeiten", sagte Cyriacks.

Bei der OLB gehe es nun darum, die Digitalisierung voranzutreiben und die Kosten weiter zu reduzieren. Denn langfristig gehen die Verantwortlichen dort von einer weiteren Konsolidierung des deutschen Bankensektors aus. Man selbst wolle dabei zu denjenigen gehören, die lieber andere Banken übernehmen, als  übernommen zu werden. Dabei war es in den vergangenen Jahren die OLB selbst, die durch Übernahmen wuchs: Dazu gehörten die Bremer Kreditbank (BKB), das Bankhaus Neelmeyer sowie die Wüstenrot Bank mit Hauptsitz in Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Stefan Barth ist seit September Vorstandsvorsitzender der OLB und gehört dem Vorstand seit Jahresanfang an. Im Mai bestellte ihn der Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Wolfgang Klein nach zwei Jahren als Vorstandsvorsitzender das Geldinstitut zum Ende August verließ, wurde Barth sein Nachfolger.

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