Kommentar über die Wertdienst-Branche

Streik der Stillen

Die Beschäftigten in der Geld- und Wertdienstbranche streiken. Angesichts ihres verantwortungsvollen Jobs ist das verständlich, meint unser Kommentator Florian Schwiegershausen.
02.01.2019, 21:44
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Streik der Stillen
Von Florian Schwiegershausen
Streik der Stillen

Das Einstiegsgehalt beträgt 2200 Euro brutto im Monat. Die Beschäftigten in der Geld- und Wertdienstbranche fordern 1,50 Euro mehr pro Stunde.

Bodo Marks/dpa

Der Verbraucher erwartet es heutzutage, dass an jedem Bankautomaten Geld verfügbar ist, und er in jedem Supermarkt Wechselgeld genau auf den Cent zurück bekommt. Dass das so ist, dafür sorgen die bundesweit mehr als 12.000 Beschäftigten in der Geld- und Wertransportbranche. Sie sind ein wenig wie die Heinzelmännchen: Sie fallen im Alltag kaum auf und erledigen ihre Arbeit eher im Stillen.

Da ist es gut, dass sie ihren stillen Bereich verlassen und sich für ihren Streik den Jahresanfang ausgesucht haben. Denn in der nachrichtenärmeren Zeit kurz nach Silvester erhalten ihre Forderungen entsprechend mehr Gehör. Und bei Einstiegsgehältern von 2200 Euro brutto im Monat in Westdeutschland ist es nachvollziehbar, dass sie 1,50 Euro pro Stunde mehr fordern – angesichts der verantwortungsvollen Aufgabe, die die Beschäftigten tagtäglich erfüllen.

Kunden wird ein Tag Streik kaum auffallen. Erst ab drei Tagen und mehr könnte das Geld an machen Automaten vorübergehend versiegen. So weit wird es aber nicht kommen. Denn vorher werden die Arbeitgeber bestimmt ein Angebot gemacht haben, mit dem alle leben können.

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