Streit bei städtischer IT-Tochter

Tarifgespräche bei Governikus abgebrochen

Die Tarifgespräche beim städtischen IT-Unternehmen Governikus hat die IG Metall vorerst abgebrochen. Nach sieben Monaten gibt es noch kein Ergebnis bei der Firma, von der sich Bremen viel verspricht.
09.12.2020, 06:00
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Tarifgespräche bei Governikus abgebrochen
Von Florian Schwiegershausen

Bei dem IT-Unternehmen Governikus sind die Gespräche über einen neuen Tarifvertrag vorerst abgebrochen worden. Der Softwareanbieter mit seinen 180 Mitarbeitern ist vollständig in städtischer Hand und entwickelt IT-Sicherheitslösungen für die öffentliche Verwaltung. Die Programme sollen dabei nicht nur dem Eigenbedarf der Stadt dienen. Seit Jahren besteht ein Tarifvertrag der IG Metall. Seit Mai verhandeln die Tarifparteien aber nun und sind bisher zu keiner Einigung gekommen. Auf der einen Seite sitzt die IG Metall, auf der anderen Seite die Geschäftsführung von Governikus sowie der kommunale Arbeitgeberverband.

Die IG Metall lehnte das letzte Angebot des Arbeitgebers ab, das laut Gewerkschaft unterhalb des Abschlusses im öffentlichen Dienst lag. Es sieht zwölf Monate ohne Entgelterhöhung vor, dann analog zum öffentlichen Dienst zwei Erhöhungen von 1,4 Prozent und 1,8 Prozent. Die Laufzeit soll 33 Monate betragen gegenüber 28 Monaten im öffentlichen Dienst. Ebenso liege die Coronabeihilfe derzeit unter der im öffentlichen Dienst.

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Volker Stahmann von der IG Metall Bremen hat dafür kein Verständnis: „Das Unternehmen war keinen einzigen Tag in Kurzarbeit und ist von der Corona-Krise nur mittelbar betroffen. Eine solche Unternehmenspolitik schlägt den Beschäftigten vor den Kopf, verschlechtert die Arbeitsatmosphäre und gefährdet letztlich die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“ Einige Angestellte sind laut IG Metall bereits zu einem anderen Unternehmen gewechselt. Laut Stahmann würden die Beschäftigten den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes eins zu eins zu übernehmen. Das für städtische Unternehmen zuständige Finanzressort geht davon aus, dass sich die Tarifparteien einigen werden: „Die Verhandlungspositionen liegen bereits sehr nah beieinander.“ Seitens der IG Metall klingt das anders.

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