Teure Baustoffe

Bremer Handwerkern droht Kurzarbeit

Holz, Stahl und andere Baumaterialien sind kaum zu bekommen – und wenn, dann zu hohen Preise. Die Bremer Handwerkerschaft warnt nun vor möglichen Folgen.
16.04.2021, 12:27
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Bremer Handwerkern droht Kurzarbeit
Von Stefan Lakeband
Bremer Handwerkern droht Kurzarbeit

Trotz voller Auftragsbücher müssten einige Bremer Handwerker vielleicht in Kurzarbeit.

Christina Kuhaupt

Bremer Handwerkern droht Kurzarbeit. Davor warnte Matthias Winter, Obermeister der Tischler-Innung Bremen, am Freitag. Hintergrund sind die stark gestiegenen Preise für Baumaterialen in den vergangenen Monaten. Man sei in einer grotesken Situation. „Auf der einen Seite haben wir satt Aufträge, auf der anderen Seite können wir diese wegen des Materialmangels nicht abarbeiten. Deshalb müssen Tischlereien ernsthaft überlegen, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken – trotz voller Auftragsbücher“, sagt Winter.

Betroffen sind vor allem die Bau- und Ausbaugewerke in der Hansestadt. Zu ihnen gehören unter anderem Maurer und Zimmerer, Dachdecker, Tischler und Maler. Auch Metallbauer leiden unter Lieferengpässen und Preissteigerungen, teilt die Bremer Handwerkskammer mit. Holz ist seit September um 15 bis 20 Prozent teurer geworden, Mineralölerzeugnisse um 15 Prozent und Betonstahl um 30 Prozent. Der Bundesverband Farbe berichtet von Preiserhöhungen um rund 50 Prozent – bei Wärmedämmung, teilweise auch bei Trockenbauprofilen. Grobspan- oder OSB-Platten sind laut Winter am Markt kaum noch zu bekommen. Selbst bei Spanplatten und Beschlägen sei die Liefersituation äußerst angespannt. Die Folgen: langen Bauverzögerungen und steigende Preisen.

Lesen Sie auch

Handwerkskammer-Präses Thomas Kurzke sieht die Gefahr, dass die hohen Preise und der Materialmangel die an sich gute Handwerkskonjunktur ausbremsen. Er appelliert an Kunden, geduldig zu sein. „Wer einen Bau oder Ausbau plant, sollte auf jeden Fall frühzeitig planen. Das Handwerker kurzfristig Aufträge abarbeiten, ist in der derzeitigen Situation kaum noch möglich. Auch im Hinblick auf die Preise bittet Kurzke die Verbraucher um Verständnis. Festpreise anzubieten, sei momentan für Handwerker oft ein unkalkulierbares Risiko.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+