Einbruch war erwartet worden

Umschlag bei Eurogate sinkt in Bremerhaven um sieben Prozent

Bei Eurogate in Bremerhaven ist der Umschlag von Standardcontainern im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent gesunken. In Hamburg gab es dagegen ein Plus von 42 Prozent.
03.10.2019, 12:45
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Umschlag bei Eurogate sinkt in Bremerhaven um sieben Prozent
Von Peter Hanuschke
Umschlag bei Eurogate sinkt in Bremerhaven um sieben Prozent

Bei Eurogate in Bremerhaven ist der Umschlag von Standardcontainern im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an den drei Terminals zusammen um 7,6 Prozent gesunken.

Wagner/dpa

Das Ergebnis des Logistikkonzerns Eurokai, der sein Containergeschäft über den Terminalbetreiber Eurogate abwickelt, fiel in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sehr unterschiedlich aus: Während der Umschlag von Standardcontainern (TEU) bei Eurogate in Bremerhaven im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an den drei Terminals zusammen um 7,6 Prozent abnahm, gab es in Hamburg ein Plus von 42 Prozent. Absolut lag der Eurogate-Umschlag in der Seestadt bei etwa 2,5 Millionen TEU, in Hamburg bei knapp über einer Million TEU. Das geht aus dem aktuellen Konzernzwischenlagebericht von Eurokai hervor.

Grund für den Rückgang in Bremerhaven ist der Abzug von vier Transatlantik-Diensten von Hapag-Lloyd zu Beginn dieses Jahres. Der Zuwachs in Hamburg lässt sich durch neue Dienste der Reederei Hyundai Merchant Marine und Mengenzuwächsen bei Hamburg Süd sowie eines von CMA CGM betriebenen neu akquirierten Fernost-Dienstes des Reedereizusammenschlusses Ocean Alliance erklären. Auch am Containerterminal am Jade-Weser-Port, an dem die dänische Reederei Maersk mit 30 Prozent beteiligt ist, verzeichnete Eurogate einen Zuwachs, und zwar um 23,8 Prozent auf 361 486 TEU. Insgesamt konnte Eurogate seinen Containerumschlag in Deutschland im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent auf 3,93 Millionen TEU steigern.

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Eurogate wurde 1999 von Eurokai aus Hamburg und der Bremer BLG Logistic Group gegründet, um die Containeraktivitäten zu bündeln. Hauptsitz von Eurogate ist Bremen. Eurokai brachte bei diesem Joint Venture unter anderem Anteile an Italiens größtem Containerterminalbetreiber Contship Italia mit ein.

Am Container Terminal Bremerhaven, einem der drei Umschlagplätze von Eurogate in der Seestadt, verursachte der Hapag-Lloyd-Abzug erwartungsgemäß den größten Rückgang: Mit 235 615 TEU gab es im Berichtszeitraum einen Mengenrückgang von 58 Prozent. Der North Sea Terminal, an dem Maersk mit 50 Prozent beteiligt ist, verzeichnete Eurogate einen Umschlag von 1,5 Millionen TEU und damit nach eigenen Angaben einen soliden Mengenanstieg von 7,3 Prozent. Das MSC Gate Bremerhaven – ein Joint Venture von Eurogate und der Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company – gab es mit 757 512 TEU ein Plus von 2,4 Prozent.

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Über das Deutschlandgeschäft hinaus betreibt Eurogate mit Partnern und unterschiedlichen Beteiligungen auch Terminals im Ausland – so in Italien in La Spezia, Gioia Tauro, Cagliari, Ravenna und Salerno sowie in Lissabon (Portugal), Tanger (Marokko), Limassol (Zypern) und Ust-Luga (Russland). Im zweitgrößten Eurogate-Markt, in Italien, gab es wie in Deutschland sehr unterschiedliche Entwicklungen: So gab es in Cagliari einen Rückgang von 52,1 Prozent – dort hatte Hapag-Lloyd ebenfalls Dienste abgezogen –, in La Spezia (plus 1,8 Prozent) und Salerno (plus 9,3 Prozent) entwickelte sich das Umschlagsvolumen dagegen positiv. Insgesamt gab es mit knapp über eine Million TEU einen Rückgang von 3,1 Prozent.

Die Umschlagmengen in Tanger sind im Berichtszeitraum um zwölf Prozent auf 767 973 TEU gestiegen. Am Ust-Luga-Container-Terminal gab es einen Rückgang von 24,6 Prozent (29 173 TEU). In Limassol lag das Plus bei zwei Prozent (199 566 TEU), in Lissabon verzeichnete Eurogate mit seinen Partnern ein Minus von 18,5 Prozent (70 386 TEU).

Insgesamt ging der Eurogate-Umsatz um 1,6 Prozent auf 288,2 Millionen Euro zurück. Am Standort Hamburg geht Eurogate für das Gesamtjahr 2019 unverändert von einem deutlichen Umschlagzuwachs aus. In Bremerhaven geht das Unternehmen weiterhin aufs Jahr gesehen von einem Rückgang der Umschlagmenge von etwa zehn Prozent aus. Für den Standort Wilhelmshaven bleibt die Umschlagprognose von Eurogate weiterhin positiv.

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