Firmenbefragung

Unternehmer kritisieren Innovationsklima in Bremen

Nur 27 Prozent der befragten Firmen halten den Standort für positiv, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte geht. Wie Bremens Unternehmer ansonsten ticken, zeigt eine aktuelle Umfrage.
12.12.2017, 18:59
Lesedauer: 2 Min
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Unternehmer kritisieren Innovationsklima in Bremen
Von Florian Schwiegershausen

Wenn es um das Innovationsklima in Bremen und der Region geht, bewerten nur 27 Prozent der befragten Unternehmen den Standort als innovationsfreundlich. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Unternehmer-Studie Bremen, die von der Commerzbank in Auftrag gegeben wurde. Dazu befragte das Meinungsforschungsunternehmen Ipsos 50 Unternehmen aus der Metropolregion Bremen. Demnach bewerteten 65 Prozent der Betriebe das Innovationsklima als neutral, vier Prozent als innovationsfeindlich, und weitere vier Prozent hatten keine Meinung dazu. „Wichtigster Innovationstreiber ist für 80 Prozent der Bremer Unternehmer die Förderung guter Ausbildung“, sagte der Bremer Commerzbank-Niederlassungsleiter André Lorenzen.

Bremen liegt unter dem Bundesdurchschnitt

Damit schneidet der Standort Bremen beim Thema Innovationsfreundlichkeit schlechter ab als der Bundesdurchschnitt. Von den 3200 bundesweit befragten Unternehmern und Freiberuflern sahen 35 Prozent Deutschland als innovationsfreundlich an, 49 Prozent schätzten den Standort bei dieser Frage als „neutral“ ein und gar zwölf Prozent bezeichneten Deutschland als innovationsfeindlich.

Bei der Frage nach dem wirtschaftlichen Ausblick reagierten wesentlich mehr Bremer Betriebe positiv. Demnach gehen 57 Prozent der Befragten von einer Stabilisierung auf hohem Niveau mit positiver Entwicklung aus. Vor einem Jahr waren es noch 43 Prozent. Weniger gut fällt die Bewertung bei den Unternehmen bundesweit aus. Dort schauen lediglich 42 Prozent positiv ins neue Jahr.

Zufrieden blicken die Bremer Unternehmer auch auf das aktuelle Jahr. In diesem Zeitraum hat sich die Wirtschaft laut 65 Prozent der Befragten sehr gut entwickelt. Dieser Meinung waren vor einem Jahr nur 46 Prozent. 22 Prozent sprachen von einer stabilen Lage und 14 Prozent gaben an, die wirtschaftliche Situation habe sich verschlechtert. Was die Auftragslage in den vergangenen sechs Monaten betrifft, sieht gut die Hälfte der Bremer Unternehmer eine Verbesserung. Verglichen mit 2016 sind damit die Auftragsbücher besser gefüllt als im Vorjahr. Bei zehn Prozent der Befragten hat sich die Lage allerdings verschlechtert. Trotz voraussichtlich steigender Zinsen bleiben die Bremer Unternehmer bei der Finanzierung anstehender Investitionen meist ­vorsichtig.

Ein günstiger Einstieg in die Selbstständigkeit

Die Hälfte wird weiterhin aus dem laufenden Geschäftsbetrieb und aus ­Rücklagen finanziert. Patric Liebig, Leiter Unternehmerkunden bei der Bremer Commerzbank, sagte: „Wir raten zu einer Lockerung bei dieser konservativen Haltung. Wenn nicht heute, wann können die historisch niedrigen Zinsen sonst langfristig gesichert werden.“ Zumal Liebig einen Nachholbedarf bei der Finanzierung sieht – speziell bei der Digitalisierung. Liebig sieht noch woanders Chancen: „Gerade auch für Gründer ist jetzt ein günstiger Einstieg in die Selbstständigkeit möglich.“

Laut der Umfrage setzen zwei von drei Bremer Unternehmern auf digitale Lösungen, wenn es um Lieferanten und Endkunden sowie Geschäftsbanken geht. Allerdings sagten auch 16 Prozent, dass sie bisher noch alles analog erledigten. Und 43 Prozent räumten ein, sie seien kaum im Internet aktiv. Vor einem Jahr traf das allerdings noch auf 61 Prozent zu.

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