Ehrung in Bremen

Uwe und Nadine Kloska sind Unternehmer des Jahres

Zusammen mit seiner Tochter Nadine führt Uwe Kloska das Familienunternehmen Kloska Group. Am Dienstag wurden die beiden für ihre erfolgreiche Arbeit ausgezeichnet.
23.05.2017, 19:07
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Uwe und Nadine Kloska sind Unternehmer des Jahres
Von Lisa Boekhoff

Zusammen mit seiner Tochter Nadine führt Uwe Kloska das Familienunternehmen Kloska Group. Am Dienstag wurden die beiden für ihre erfolgreiche Arbeit ausgezeichnet.

Das Kerngeschäft seines Unternehmens zu beschreiben, das sei gar nicht so leicht, sagt Uwe Kloska. 1981 gründete er es als technisches Handelshaus. Heute gehört zum Portfolio der Kloska Group allerdings viel mehr: Netze für die Hochseefischerei, Technik für Windkraftanlagen oder Proviant für Kreuzfahrt- und Forschungsschiffe – das Unternehmen mit Sitz in der Überseestadt ist auf 20 Töchter gewachsen und in vielen Branchen tätig.

Inhaber Uwe Kloska führt die Geschäfte zusammen mit seiner Tochter Nadine. An diesem Dienstag wurden die beiden von den Verbänden Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer sowie von der Sparkasse Bremen als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. „Das ist eine Ehre“, sagt Uwe Kloska. „Als Newcomer dazuzugehören – darauf sind wir stolz.“ Angefangen sei er mit wenig, sagt der technische Kaufmann. „Geld hatten wir nicht, aber das Konzept war gut. Also setzten meine Frau und ich alles auf eine Karte.“

Stetiges Wachstum

Jedes Jahr sei die Gruppe mit derzeit 850 Mitarbeitern gewachsen. Die Ausrüstung von Industrie, Handwerk und Baugewerbe mit Sicherheitstechnik, Arbeitsschutz, Schläuchen, Dichtungen oder Armaturen gehöre neben Dienstleistungen ebenso zum Angebot wie die Belieferung von Schiffen mit Technik und Catering. „Wenn Sie ein Schiff nehmen und es umdrehen, dann ist alles, was dabei rausfällt, unser Business – vom Brühwürfel bis zum Motorenersatzteil.“

1000 Handelsschiffe beliefere man weltweit mit Proviant, sagt Nadine Kloska. Außerdem gibt es einen Vertrag mit Aida. „Wir wickeln die gesamte Logistik weltweit ab – alles, was die Kreuzfahrtschiffe brauchen, wird bei uns angeliefert und kontrolliert.“

Kloska ist für die Tochter Basté & Lange in Hamburg zuständig, die sich mit 80 Mitarbeitern um das Cateringgeschäft kümmert. Das scheint Grund für die Harmonie des Vater-Tochter-Gespanns zu sein. „Wir haben eine gewisse Distanz. Ich bin in Bremen, meine Tochter in Hamburg. Wir sitzen nicht Tür an Tür. Sonst weiß ich nicht, ob wir hier heute gemeinsam reden würden.“ Nadine und Uwe Kloska lachen. In Bremen arbeite die Gruppe mit allen Branchen zusammen, alle Werften vor Ort seien Kunde, das Stahlwerk und die Stadtwerke, sagt der Gründer. „Wir können allen was bieten. Wer möchte, braucht nur Kloska. Wir sind sehr vielfältig.“

28 Standorte in Europa

Auf die Schifffahrt brachte Kloska der erste Standort des Unternehmens in der Überseestadt. „Wir lagen damals direkt am Europahafen und hatten viele Schiffe vor der Haustür.“ Ein Meilenstein sei dann der Gewinn der Schiffsversorgung Rostock gewesen. „Durch diesen Zukauf gewannen wir ein großes Portfolio. Das war ein Sprung. Bis heute sind die erworbenen Standorte strategisch wichtig.“ Durch den Coup sei Klosko zum Generalausrüster für die Schifffahrt geworden.

28 Standorte gibt es – von Rotterdam bis Rügen. Wichtig sei für die Gruppe die Offshore-Branche. „Wir sind deshalb überall dort, wo die Windkraftunternehmen ihre Basisstationen haben, ob Cuxhaven oder Helgoland.“ In Bremen und Bremerhaven arbeiten etwa 200 Mitarbeiter. Außerdem sei das Netz an Kooperationspartnern eng, um die Qualität bei Reparaturen zu halten und schnell aus Singapur, Schanghai oder Kapstadt zu reagieren. „Die Monteure haben immer einen Koffer parat stehen.“ Bei Zukäufen und Neugründungen habe er häufig auf seinen Bauch gehört, sagt Uwe Kloska. Strategische Entscheidungen fällt er heute dagegen gemeinsam mit seiner Tochter. 2016 machte die Gruppe einen Umsatz von 220 Millionen Euro. Das Wachstum soll weitergehen: „Wir werden weiter expandieren. Es muss aber ein überschaubares Risiko sein. Wir sind keine Hasardeure.“

Ausrüster für Neumayer-Station in der Antarktis

Besonders stolz ist Kloska auf einen Kunden in der Antarktis. „Wir rüsten seit Jahren die Neumayer-Station mit Proviant für die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts aus. Das ist ein tolles Privileg. Da braucht es höchste Qualität und Zuverlässigkeit.“ Wenn der Winter einsetze, könne dort schließlich niemand mehr nachliefern. Außerdem fertige man zum Beispiel die Segeltakelage für die Alexander von Humboldt II. „Wir haben schon einige Highlights.“

Langsam will der 70-Jährige sich allerdings aus dem Unternehmen zurückziehen und es komplett an seine Tochter übergeben. „Das ist ein schleichender Übergang. Das ist das Gesündeste“, sagt Nadine Kloska. Sie arbeitet seit zehn Jahren in der Gruppe nach dem BWL-Studium und Auslandsaufenthalten in Australien und Spanien. Ihr Vater will seinen Schreibtisch aber nicht so schnell aufgeben: „Ihr müsst es noch lange mit mir aushalten. Was soll ich sonst machen? Ich bin kein Angler, ich bin kein Golfer oder Tennisspieler, ich kann sonst nichts.“ Doch sein Einfluss auf Entscheidungen nehme immer mehr ab. Seine Tochter sei jedoch nicht allein, sondern habe ein engagiertes Team um sich.

Der Kloska-Anker ist in Bremen gefallen, dort soll der Unternehmenssitz auch bleiben, sagt die 38-Jährige, die derzeit in Hamburg lebt. „Ich bin Bremerin. Mein Herz schlägt für Bremen.“

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