Bremer WESER-KURIER Verbraucherschützer werfen BaFin Kontrollversagen vor

Bremen. „Wenn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht wollte, könnte sie bei bestimmten Vorgängen schon früher einschreiten“, sagte Arno Gottschalk, Finanzexperte von der Verbraucherzentrale Bremen, dem WESER-KURIER (Mittwochausgabe).
03.08.2010, 20:54
Lesedauer: 1 Min
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Bremen. Verbraucherschützer haben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgeworfen, bei ihrem Kontrollauftrag zu versagen. „Wenn die BaFin wollte, könnte sie bei bestimmten Vorgängen schon früher einschreiten“, sagte Arno Gottschalk, Leiter des Bereichs Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Bremen, dem WESER-KURIER (Mittwochausgabe).

„Aber wenn es um Verbraucherschutz im Detail geht, fühlt sie sich nicht zuständig.“ Als Beispiel nannte er die Verwicklung der Hypo Vereinsbank und ihrer Vorgängerbanken in Geschäfte mit sogenannten Schrottimmobilien. „Dass es der Bank möglich war, sich derart in solche anrüchigen Geschäfte zu verwickeln, dass das Institut dann selbst bedroht war – das hätte schon frühzeitig von der BaFin unterbunden werden müssen.“ Als weiteres Beispiel nannte Gottschalk das Geschäftgebaren mancher Banken, die sogenannte Wucherkredite im Angebot hatten. „Auch hier hätte die BaFin schon viel früher einschreiten müssen“, sagte er.

Als Konsequenz fordert Gottschalk, Verbraucherschutz per Gesetz zum Ziel der Finanzdienstleistungsaufsicht zu erheben. „Die Verbraucherzentralen sollten ein Beschwerde- und Konsultationsrecht bekommen“, fordert der Finanzexperte. „Ein Recht, tatsächlich von der BaFin angehört zu werden.“ Ergänzt werden müsse dies durch eine Art Marktwächter, der ganz nah am Markt und den Verbrauchern dran sei. Diese Rolle, so Gottschalk, könnten die Verbraucherzentralen übernehmen. So könne es gelingen, eine „schlagkräftige Einrichtung zu haben, die im Markt steht“. (wk)

Das vollständige Interview lesen Sie in der Mittwochausgabe des Bremer WESER-KURIER.

 

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