Kuriose Fälle der Bremer Verbraucherzentrale

Vertreter schließt Telefonvertrag auf Namen einer Katze ab

Ein Vodafone-Vertreter hat bei seinem Haustürgeschäft einen Internetvertrag auf den Namen einer Katze abgeschlossen. Dies ist einer der Fälle der Verbraucherzentrale Bremen, bei denen sie helfen konnte.
30.08.2021, 13:58
Lesedauer: 2 Min
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Vertreter schließt Telefonvertrag auf Namen einer Katze ab
Von Florian Schwiegershausen
Vertreter schließt Telefonvertrag auf Namen einer Katze ab

Ein Vodafone-Vertreter hat beim Haustürgeschäft einen Telefonvertrag auf den Namen einer Katze abgeschlossen, um so die Provision zu kassieren, wie die Verbraucherzentrale Bremen in ihrer Jahresbilanz berichtet.

Federico Gambarini/DPA

Auch während der Corona-Pandemie sind die Vertreter, die von Haustür zu Haustür gehen, ihrem Geschäft nachgegangen. Dabei werden sie immer dreister, wie die Verbraucherzentrale Bremen am Montag in ihrer Bilanz berichtet hat, sie spricht in einigen Fällen klar von einer "Abzocke". So hat ein Vodafone-Vertreter einen Internetvertrag auf den Namen einer Katze abgeschlossen. Die Besitzerin der Katze hatte den Mann in die Wohnung gelassen, weil der Mann gesagt hatte: "Ich möchte gern ihre Leitung kontrollieren." Die Dame sei gutgläubig gewesen, habe sich aber mit Händen und Füßen gegen einen neuen Telefonvertrag gewehrt, weil sie mit ihrem Anbieter zufrieden sei.

Der Vertreter habe dann mitbekommen, dass die anwesende Katze Gismo heißt - und trotz aller Abwehr am Ende auf den Namen der Katze einen Vertrag abgeschlossen. In der Kommunikation von Vodafone habe es dann immer geheißen "Frau Gismo..., wir bedanken uns für Ihren Auftrag." Jegliche Widersprüche der Dame bei Vodafone halfen nichts. Erst als sie schließlich zur Verbraucherzentrale ging, war es plötzlich möglich, den Vertrag zu löschen.

"Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mehrere Verbraucher bei uns haben, die uns berichten, mit welchen dubiosen Gründen Vetreter versuchen, in die Wohnung zu kommen, um ihnen dann einen Vertrag anzudrehen", sagt Parsya Baschiri, Rechtsberater der Verbraucherzentrale. Sie versuchen es auch oft mit dem Satz, dass sie sich doch vorher angekündigt hätten. Annabel Oelmann, Vorständin der Bremer Verbraucherzentrale, sagt: "Bei solchen Leuten gibt es nur eins: Ihnen direkt die Haustür vor der Nase zuknallen. Doch das machen einige Menschen nicht, weil es sich von ihrem kulturellen Hintergrund her versteht, dass man Menschen ins Haus lässt und ihnen dann auch noch zu essen und etwas zu trinken anbietet."

Der Fall mit der Katze gehört zu den kuriosesten Fällen aus der Jahresbilanz der Verbraucherzentrale. Insgesamt hat die Zahl der Beratungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zugenommen. Das Team konnte sowohl bei drohenden Stromsperren helfen als auch bei der Energieberatung. Vorständin Oelmann geht davon aus, dass sich der hohe Beratungsbedarf auch in Zukunft fortsetzen werde angesichts von zwei Gruppen: "Die einen haben infolge von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit zu kämpfen, andere haben von der Pandemie finanziell profitiert und setzen das Geld, das sie nicht für Urlaub ausgegeben haben, in den Ausbau des Eigenheims." Oelmann geht davon aus, dass eine mögliche Kündigungswelle, die einige Verbraucher erst noch treffen werde, auch die entsprechende Nachfrage nach Beratung steigern werde. "Es kommt ein enormer Unterstützungsbedarf auf uns zu", prognostiziert die Vorständin.

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Allein beim Verbraucherrecht hat sich der Beratungsbedarf von 2019 auf 2020 nahezu verdoppelt. Er lag in diesem Bereich im vergangenen Jahr bei 18.597 Gesprächen. Insgesamt verzeichnete die Verbraucherzentrale 29.611 Beratungsgespräche - knapp 10.000 mehr als noch im Jahr 2019.

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