Made in Bremen - Teil 4: Terminic

Wandkalender aus Bremen

Bremen. In unserer Online-Serie "Made in Bremen" stellen wir bremische Unternehmen und ihre Produkte vor. Was hält die Firmen in der Hansestadt? Welche Produktionsvorteile bietet Bremen? Diesmal: Terminic.
01.07.2013, 04:49
Lesedauer: 2 Min
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Von Anne-Christin Klare
Wandkalender aus Bremen

In modernen Druckmaschinen werden Rückseiten und Kalenderblätter bedruckt.

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Bremen. Sie hängen in beinahe jedem Büro: Große Dreimonatswandkalender, auf denen ein kleines rotes, verschiebbares Plastikkästchen das aktuelle Datum anzeigt. Eine Idee, die vor 76 Jahren in Bremen entstanden ist.

Wie beinahe jede Firmengeschichte in Bremen ist auch diese eng mit der Schifffahrt verbunden. Denn den ersten sogenannten Dreimonatswandkalender entwickelt das Unternehmen Terminic, damals noch unter dem Namen Buchdruckerei B.C. Heye & Co. bekannt, 1937 für die Unterweser Reederei AG Bremen. Die Reederei beauftragt die Firma, einen Kalender zu entwickeln, der eine langfristige Planung ermöglicht und auf dem außerdem Werbung platziert werden kann.

Die Idee für den Dreimonatskalender ist geboren: Ein länglicher Wandkalender, der durch drei untereinander hängende Kalenderblöcken den Überblick über drei Monate gibt. Bisher produzierte Kalender zeigten immer nur einen Monat an. Wer einen Blick auf den nächsten Monat werfen wollte, musste umblättern.

Im Zweiten Weltkrieg wird die Produktion in der Buchdruckerei unterbrochen Anfang der 50er-Jahre nimmt sie den Betrieb wieder auf. Immer mehr Unternehmen aus der Schifffahrt interessieren sich für den Wandkalender, der Dreimonatskalender erhält kurzerhand den Spitznamen „Schifffahrtskalender“. In den 60er-Jahren bekommt das Geschäft erstmals Konkurrenz. In Hamburg werden ebenfalls Dreimonatskalender gedruckt. „Bis heute ist Deutschland das Hauptproduktionsland“, sagt Terminic-Geschäftsführer Wolfgang Rolla du Rosey. Eine Handvoll Firmen kennt er, die ähnliche Produkte anbieten – davon zwei mit Sitz in Bremen.

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Die Kalender von Terminic gehen mittlerweile in die ganze Welt, 136 Länder beliefert das Unternehmen. Während die Druckindustrie schwächelt und die Branche über fehlende Aufträge klagt, läuft das Geschäft mit den Wandkalendern laut Rolla du Rosey weiterhin gut. Die Zahl der produzierten Kalender wachse jährlich. „Die Wandkalender dienen eben nicht nur als Terminvorschau sondern auch als Werbefläche“, erklärt er den Erfolg. Erst 2008 ist das Unternehmen in ein neues Gebäude in Hemelingen gezogen. Dort können auf 6000 Quadratmeter stündlich bis zu 5000 komplette Kalender gefertigt werden.

Terminic ist ein Familienunternehmen, das mittlerweile in der dritten Generation geleitet wird. Rolla du Rosey hat die Firma von seinem Schwiegervater übernommen. Und auch in der Produktionshalle geht es familiär zu: So ist der Drucksaalleiter der Sohn des Vorgängers, zwei andere Angestellte sind Schwestern, wieder andere Cousin und Cousine.

Besonders stolz ist Rolla du Rosey auf seinen langjährigen Kundenstamm. „Einige Unternehmen bestellen schon seit über 30 Jahren bei uns. Einige behalten ihr Design bei, andere wollen jedes Jahr etwas Neues.“ Und auch der erste Kunde, die Unterweser Reederei AG, bestellt immer noch ihre Kalender bei Terminic – mittlerweile jedoch nicht mehr als Drei- sondern als Viermonatskalender.

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