Kommentar zur Kreuzfahrt

Alles eine Nummer zu groß geraten

Es geht wieder los mit den Törns über Nord- und Ostsee. Doch der Neustart steht unter keinem guten Stern. Und die Zukunft der Branche ist höchst ungewiss, meint Philipp Jaklin.
25.07.2020, 05:00
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Alles eine Nummer zu groß geraten
Von Philipp Jaklin

Monatelang lag die deutsche Kreuzfahrt komplett brach, nun soll es wieder losgehen mit dem Tourismus auf hoher See. Doch dieser zaghafte Neuanfang mit Mini-Törns über Nord- und Ostsee steht unter keinem guten Stern. Erst muss Tui eine erste Reise absagen, weil die Besatzung nicht rechtzeitig erscheinen konnte. Dann meldet Aida mehrere Corona-Infektionen in der Crew. Die „Mein Schiff 2“ legte am Freitag im Hamburger Hafen mit nicht einmal der Hälfte der Passagiere ab, für die das Schiff gebaut ist.

So muss es sein, weil sonst die Pandemie-Auflagen nicht einzuhalten sind. Was für die Passagiere bestenfalls ein paar entspannte Tage mit reichlich Platz an Bord bedeutet, stellt die Kreuzfahrt-Anbieter vor ein Dilemma. Die Schiffe weiter auf Reede liegen zu lassen, kann sich niemand leisten. Doch bei solch geringer Auslastung ist jede Fahrt ein Zuschussgeschäft. Das kann nicht lange gut gehen.

Die Gesellschaften werden sehr einfallsreich sein müssen, um das Problem zu lösen. Am Ende könnte sich rächen, was Kritiker schon vor Corona bemängelt haben: In dieser Branche ist alles eine Nummer zu groß geraten.

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