Streik am Bremer Flughafen

Was Passagiere jetzt wissen müssen

Eigentlich soll es am Dienstag 39 Flüge vom Bremer Airport geben. Wegen des Streiks des Sicherheitspersonals hat die Lufthansa schon mal 19 Flüge gestrichen. Welche Rechte die Fluggäste haben.
14.01.2019, 18:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Philipp Laage und Florian Schwiegershausen
Was Passagiere jetzt wissen müssen

Wegen eines Warnstreiks bleiben viele Sicherheits-Checkpoints an deutschen Flughäfen geschlossen.

REUTERS/Kai Pfaffenbach

Am Dienstag wird es auch am Bremer Airport wegen Streiks des Sicherheitspersonals zu Flugausfällen kommen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter sowohl in der Hansestadt als auch an sieben weiteren deutschen Flughäfen zum Streik aufgerufen. Sie sollen ab Mitternacht den ganzen Tag die Arbeit niederlegen – sowohl in Bremen als auch in Hamburg und Hannover. In Bremen soll es am Dienstag gegen 10 Uhr eine Kundgebung geben. Verdi verlangt für die Mitarbeiter brutto 20 Euro pro Stunde, der Deutsche Beamtenbund fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional unterschiedlich geregelt.

Bis Montagabend wurden bereits 26 von 58 Flügen gestrichen. Die Sprecherin des Bremer Airports, Andrea Hartmann, sagte: „Das sind im Einzelnen 18 An- und Abflüge von und nach München sowie Frankfurt, zwei An- und Abflüge von und nach Stuttgart sowie zwei von und nach Amsterdam.“ Hartmann wies darauf hin, dass sich das im Verlauf des Tages noch ändern könne. In Hannover werden wohl 26 Abflüge und 16 Anflüge ausfallen. Tuifly will vier Hannover-Abflüge an den Airport Paderborn-Lippstadt verlegen.

Es wird allen Reisenden empfohlen, sich vor ihrer Fahrt zum Flughafen mit ihrer Airline in Verbindung zu setzen, um den Flugstatus abzufragen. „Die von den Airlines gestrichenen Flüge sind auch auf unserer Webseite zu sehen. Diese Informationen werden zeitnah aktualisiert, sobald wir als Flughafen von den Airlines über Streichungen informiert werden“, ergänzte Hartmann. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main waren bereits am Montag 570 von 1200 An- und Abflügen gestrichen. Warnstreiks sind auch an den Flughäfen München, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt angekündigt. Hier eine Übersicht, was Flugreisende dazu wissen müssen:

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Welche Rechte haben die betroffenen Fluggäste?

Fällt ein Flug streikbedingt aus oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, muss die Fluggesellschaft Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten – zum Beispiel durch Umbuchung auf einen anderen Flug. Das gilt auch, wenn der Fluggast nicht befördert wird, weil er die Maschine wegen der nicht besetzten Sicherheitskontrolle nicht erreichen kann. In vielen Fällen buchen die Airlines Kunden automatisch auf einen späteren Flug um. Bei einigen Fluggesellschaften lassen sich Tickets für innerdeutsche Flüge online direkt in eine Bahnfahrkarte umwandeln.

Andernfalls sollten Betroffene der Airline am besten schriftlich per Mail eine Frist zur Beschaffung einer Alternative setzen. Zwei bis drei Stunden hält der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover als Frist für angemessen. Kommt die Fluggesellschaft dem nicht nach, kann sich der Flugreisende selbst Ersatz beschaffen und die Kosten hinterher der Airline in Rechnung stellen. Flugreisende sollten sich auf der Webseite des Flughafens oder bei ihrer Airline informieren, ob ihr Flug betroffen ist. Lufthansa-Passagiere zum Beispiel können für diesen Dienstag gebuchte Flüge von Frankfurt aus kostenlos auf ein Datum bis zum 20. Januar umbuchen. Fällt der Flug definitiv aus, werde der Gast von der Airline automatisch auf einen anderen Flug umgebucht und informiert. Die Lufthansa-Passagiere können ihren aktuellen Buchungsstatus auch auf der Internetseite der Fluggesellschaft überprüfen.

Gibt es Entschädigung bei Flugausfällen?

Wird der Flug vorab annulliert oder ist über fünf Stunden verspätet, können Reisende auch ihr Ticket zurückgeben und erhalten das Geld zurück. Eine Entschädigung nach EU-­Fluggastrechte-Verordnung steht Reisenden bei Streik des Flughafenpersonals allerdings nicht zu. Denn in diesem Fall handelt es sich laut Bundesgerichtshof um höhere Gewalt.

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Welche Regeln gelten für Pauschalurlauber?

Bei Pauschalreisen gilt: Der Reiseveranstalter muss sich um alternative Beförderung kümmern. Ab einer Verspätung von mehr als vier Stunden am Ankunftsort können Urlauber den Reisepreis laut Degott nachträglich anteilig mindern. Verkürzt sich ein Kurzurlaub durch den Streik erheblich, kann der Gast die Reise auch stornieren. Er bekommt dann den Reisepreis zurück.

Info

Zur Sache: Neue Verbindung für Bremer Flughafen

Noch bevor der erste Flieger der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz Air ab Bremen abgehoben ist, hat die Airline nun ihre dritte Verbindung ab der Hansestadt angekündigt. Ab März will Wizz Air zweimal pro Woche ins mazedonische Skopje fliegen. Die Flüge sollen jeweils mittwochs und sonntags stattfinden. Elmar Kleinert, Geschäftsführer des Bremer Flughafens, freut sich über die Ankündigung: „Mit der neuen Verbindung wächst das Angebot in Osteuropa am Bremen Airport weiter.“ Im Sommer hatte die Airline mitgeteilt, ab März den Bremer Flughafen mit der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu verbinden sowie ab April auch die polnische Stadt Danzig mit in den Flugplan aufzunehmen.

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