Digitale Verbraucherseite

Digitaler Spieleabend

Inzwischen gibt es viele Onlinevarianten klassischer Spiele. Wir stellen drei der beliebtesten Spiele vor und erklären, wie Nutzer diese spielen können: Codenames, Among Us und Gartic Phone.
18.03.2021, 05:00
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Digitaler Spieleabend
Von Frieda Ahrens

Neuerdings sehen geselligen Runden so aus: Die Freundesgruppe verabredet sich abends digital, man lacht zusammen über Kopfhörer, in der Videokonferenz wird miteinander angestoßen. Und auch ein klassischer Spieleabend geht digital. Doch da der Freundeskreis oder die Kollegen nicht an einem Ort sind, fällt auch der gemeinsame Tisch weg, auf dem Karten verteilt oder Brettspiele aufgebaut werden können. Also müssen Alternativen her: Welche klassischen Karten-, Gesellschafts- oder Brettspiele gibt es online und wie funktionieren die digitalen Versionen?

Among Us

Die App Among Us löst seit Anfang des zweiten Lockdowns einen große Begeisterungswelle aus. Das Spiel gibt es seit 2018, die Downloadzahlen sind seit Juli 2020 aber noch einmal deutlich angestiegen. Das Spiel funktioniert ähnlich wie das Gesellschaftsspiel Werwölfe, nur dass es anstatt in einem mystischen Wald in einem Raumschiff stattfindet. Der Ablauf ist wie folgt: Jeder spielt eine kleine Figur und kann diese lenken und steuern. Das Raumschiff besteht aus verschiedenen Räumen, wie der Cafeteria, dem Elektroraum oder der Navigation. In der Gruppe gibt es einen oder mehrere Imposter – diese müssen während Spieles ihre Teamkollegen beseitigen. Wer Imposter ist, wird vom Spiel zufällig ausgewählt und am Anfang der Runde den Betroffenen angezeigt. Das restliche Team muss verschiedene kleine Probleme innerhalb des Raumschiffs lösen: zerschnittene Kabel miteinander verbinden, die Navigation richtig ausrichten oder Schächte säubern. Während der Runden darf nicht miteinander kommuniziert werden und jeder hat einen individuellen Katalog an Aufgaben. Die Menge und die Schwierigkeit der Aufgaben kann am Anfang festgelegt werden. Wenn alle Aufgaben gelöst sind, hat das Team gewonnen. Während die „guten“ Mitglieder diese Arbeiten erledigen, kann der oder die Imposter sich durch Abkürzungen im Schiff schneller bewegen, die anderen Crewmitglieder beseitigen und ihre Arbeit sabotieren, indem er oder sie beispielsweise eine Reaktorschmelze auslöst, die innerhalb einer bestimmten Zeit repariert werden muss. Sobald ein Spieler auf seinem Weg auf eine „Leiche“, also ein bereits ausgelöschten Mitspieler, stößt, leuchtet der Button „Report“ unten rechts auf, und er kann ein Notfall-Runde einberufen. In dieser können nun alle Mitspielerinnen und Mitspieler besprechen, wer sich verdächtig verhalten hat, wer Imposter sein könnte, und am Ende der Zusammenkunft kann eine Person rausgewählt werden. So können die Mitglieder die Imposter in ihren Reihen finden. Sobald alle aufgeflogen sind, hat das Team gewonnen. Hat der oder die Imposter es vorher geschafft, alle Teammitglieder auszulöschen, hat die böse Seite gewonnen.

Für dieses Spiel muss die Gruppe mindestens fünf Personen groß sein, ab acht Personen kann mit einem zweiten Imposter gespielt werden. Wenn während des Spielens miteinander telefoniert oder per Videokonferenz kommuniziert wird, dann sollte während der Runden das Mikro und die Kamera ausgeschaltet werden – nur während der Diskussionsrunden darf sich besprochen werden. Das kostenlose Spiel funktioniert gut als App auf dem Handy, aber kann auch auf dem Laptop gespielt werden. Um mit einer Freundesgruppe spielen zu können, muss man beim Öffnen der App auf „Online“ klicken. Einer aus der Gruppe wählt „Host“ aus und erstellt einen Raum, die anderen können dann unter „Private“ einen Code eingeben und dem Raum beitreten. Pro Tipp: Alle müssen rechts unten den gleichen Kontinenten ausgewählt haben, und falls das Spiel etwas stockt, lohnt es sich, kollektiv einen anderen Kontinent auszuwählen.

Codenames

Das Spiel Codenames gibt es als analoge Version seit 2015, es wurde 2016 sogar mit dem Kritikerpreis Spiel des Jahres ausgezeichnet. Die kostenlose Onlineversion funktioniert am besten am Laptop. Dafür erstellt jemand aus der Freundesrunde unter www.codenames.game einen Spieltisch. Nun kann dieser Gastgeber seine Freunde zu diesem Tisch mit dem angegebenen Link einladen. Oben links auf der Webseite wird dann angezeigt, wer alles mitspielt. Für dieses Spiel braucht man mindestens vier Mitspieler.

Die Spieler können sich entweder dem roten oder dem blauen Team zuteilen. Dabei gibt es pro Team einmal die Rolle des Geheimdienstchefs, und das restliche Team nimmt die Rolle der Ermittler ein. Vor allen Spielern sind auf dem Bildschirm 25 Karten mit verschiedenen Begriffen zu sehen. Für die beiden Geheimdienstchefs sind diese Karten in Rot, Blau, Beige und Schwarz eingefärbt, für alle anderen sind es neutrale Karten. Nun müssen die Geheimdienstchefs ihrem Team ein Hinweiswort und eine Zahl geben. Der rote Geheimdienstchef hofft beispielsweise, dass sein Team durch seinen Hinweis möglichst viele rote Karten aufdeckt. Seine angegebene Zahl zeigt dabei an, wie viele Begriffe er meint. Sagt er beispielsweise „Sand 3“. Damit könnten Begriffe wie „Wüste“, „Strand“ oder „Uhr“ gemeint sein. Wichtig dabei ist, dass seine Mitspieler nicht aus Versehen eine blaue Karte wählen, oder - noch schlimmer - die schwarze Karte. Diese gibt es nur einmal und ist der Attentäter. Wenn dieser ausgewählt wird, hat das andere Team automatisch gewonnen. Wählt das rote Team eine blaue oder eine beige Karte ist der Zug direkt beendet. Bei der beigen Karte passiert nichts weiter, bei der blauen Karte zählt dies als Punkt fürs blaue Team. Nun ist der gegnerische Geheimdienstchef dran. Ein Team hat gewonnen, wenn alle zugehörigen Karten gefunden wurden.

Gartic Phone

Gartic Phone kombiniert die beiden beliebten Gesellschaftsspiele Montagsmaler und Stille Post. Unter der Webseite www.garticphone.com/de kann – wie auch bei den anderen beiden Spielen – einer aus der Freundesgruppe eine Lobby erstellen und die anderen mit einem Link einladen. Wieder macht dieses Spiel am meisten Spaß, wenn mindestens vier Personen mitspielen. Und auch hier kann der Schwierigkeitsgrad am Anfang des Spieles festgelegt werden.

Das Spiel funktioniert wie folgt: Jeder denkt sich am Anfang einen Satz aus wie „Der Kellner serviert eine blaue Pizza“ – je abstruser, desto witziger. Denn ein anderer Mitspieler muss diesen Satz nun in einer bestimmten Zeit zeichnen. Das von ihm gemalte Bild bekommt dann der nächste Mitspieler, der das Gezeichnete wieder mit einem Satz beschreiben muss. Diesen Satz muss der nächste Spieler wieder zeichnen und so weiter. Je nachdem, wie viele Menschen mitspielen, sind die Runden unterschiedlich lang. Die Krönung des Spiels kommt zum Schluss: Am Ende der Runde kann sich die Gruppe die Sätze, was aus ihnen gemalt wurde und wie diese sich dadurch verändert haben, in chronologischer Reihenfolge anschauen. Witzige Abfolgen können als Gif, also als bewegliches Bild, gespeichert werden.

Info

Zur Sache

Andere Angebote

Es gibt natürlich noch eine Vielzahl anderer Webseiten: www.stadtlandflussonline.net oder www.skribbl.io , eine Adresse für das Spiel Montagsmaler. Außerdem gibt es Kartenspiele wie Skip-Bo oder Phase 10 auch als kostenlose App: Einfach nach Skip-Bo oder Phase Rummy im Store suchen. Und auch etwas kompliziertere Spiele wie „die Legenden von Andor“ gibt es als App - diese ist nur nicht kostenlos, wie die anderen Angebote.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+