5000 Jobs mehr in einem Jahr

Weniger Leiharbeit in Bremen

In Bremen sind laut Arbeitnehmerkammer im letzten Jahr 5000 Jobs neu hinzugekommen. Gleichzeitig ist die Zahl der Stellen mit Leiharbeit gesunken. Dennoch komme das positive Wachstum in Bremen nur zum Teil an.
28.03.2019, 14:29
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Lakeband und Florian Schwiegershausen
Weniger Leiharbeit in Bremen

Vor allem die tarifgebundenen Jobs wie hier bei Mercedes haben im Land Bremen zu steigenden Löhnen geführt, so die Arbeitnehmerkammer.

Jaspersen/DPA

Im Land Bremen ist die Beschäftigung so hoch wie noch nie. Darauf hat die Bremer Arbeitnehmerkammer am Donnerstag bei der Präsentation aktueller Daten zum Arbeitsmarkt hingewiesen. Sie hat verschiedene Statistiken dazu ausgewertet. Demnach hat das Land Bremen innerhalb eines Jahres 5000 Beschäftigungsverhältnisse neu hinzugewonnen. Von diesen neuen Jobs wurden 2300 mit Frauen besetzt.

Mit 3580 der 5000 Jobs handele es sich mehrheitlich um Teilzeitstellen. Die würden oft nicht freiwillig angenommen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bremer Angestelltenkammer, Ingo Schierenbeck: „In Branchen mit niedrigen Löhnen wie der Gastronomie oder der Pflege sind solche Teilzeitjobs oft nicht existenzsichernd.“ Daher sei es keine Seltenheit, dass viele Teilzeitkräfte auch noch einen Minijob hätten.

Leiharbeit mit 1000 Stellen weniger

Gleichzeitig ging die Leiharbeit in Bremen um 1000 Jobs zurück. „Der zunehmende Bedarf nach qualifizierten Fachkräften führt offensichtlich zu einer Ausweitung der Stammbelegschaften in den Unternehmen. Dies ist ein gutes Signal – ob es sich dabei um eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt handelt, muss sich noch zeigen“, sagte Schierenbeck. Er warnte aber auch gleichzeitig: „Das gute Wirtschaftswachstum kommt nur zum Teil auf dem Bremer Arbeitsmarkt an.“

Auch die Einkommen konnten dabei weiter zulegen. So stiegen die Monatslöhne zum vierten Mal in Folge – sowohl real als auch nominal. Real war es gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,4 Prozentpunkten. Im Durchschnitt lagen die Monatsverdienste bei 3905 Euro plus 375 Euro Sonderzahlungen. Elke Heyduck, Geschäftsführerin und Leiterin der Politikberatung sagte: „Damit liegen wir weiterhin knapp über dem Bundesdurchschnitt. Dies verdanken wir vor allem den tarifgebundenen Arbeitsverhältnissen in der Industrie – es sollte uns also ein Ansporn sein, auch anderswo die Tarifbindung zu erhöhen.“

Stundenlöhne zwischen 12,21 Euro und 28,63 Euro

In der Logistikbranche und bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen lagen die Stundenlöhne zwischen 15,19 Euro und 19,50 Euro. Der Stundenlohn bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen lag mit 28,63 Euro am höchsten. Den niedrigsten Stundenlohn gab es im Gastgewerbe mit 12,21 Euro. Auf alle Branchen umgerechnet erhalten Frauen übrigens im Durchschnitt im Lande Bremen 18,4 Prozent weniger Stundenlohn als die Männer.

Die aktuellsten Daten und Fakten zu Wirtschaft und Beschäftigung stellt die Arbeitnehmerkammer ab jetzt online zur Verfügung. Sie sind zu finden unter www.arbeitnehmerkammer.de/ statistik.

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