Mehrwegverpackungen für Restaurants Wie Gastronomen das Müllaufkommen eindämmen wollen

Restaurants dürfen ihre Speisen aktuell nur außer Haus verkaufen. Das sorgt für viel Verpackungsmüll. Bremer Verbände wollen etwas dagegen tun und stellen Alternativen vor.
19.03.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Wie Gastronomen das Müllaufkommen eindämmen wollen
Von Stefan Lakeband

Florian Stromburg ärgert sich seit Jahren: „Alles nur Müll“, sagt er. Besonders jetzt, wenn der Gastronom, der die beiden Mayapapaya-Restaurants am Flughafen und in der Überseestadt betreibt, sein Essen nur zum Mitnehmen herausgeben kann. Denn lange Zeit konnte Stromburg nur auf Einwegverpackungen zurückgreifen. Etwas, das er eigentlich vermeiden möchte. Deswegen hat er sich informiert, verschiedene Pfandsysteme für Essensverpackungen angeschaut und sich letztlich für die Lösung des Start-ups Vytal entschieden. Seit Dezember hat er nach eigenen Angaben so mehr als 520 Einwegverpackungen eingespart.

Die Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in der Gastronomie. Besonders in der Lockdown-Zeit ist die Müllmenge durch Gerichte zum Mitnehmen und Essenslieferungen stark gestiegen. Das weiß man auch beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Bremen. „Die Müllberge wachsen“, sagt Verbandschefin Nathalie Rübsteck. Damit das nicht so bleibt, will sie an diesem Freitag zusammen mit dem Bremer Bündnis für Mehrweg und dem BUND Bremen sechs verschiedene Pfandsysteme und ihre Behälter der Bremer Gastronomie vorstellen. Durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums ist es möglich, Restaurants bei der Umstellung auf Mehrweg zu unterstützen, indem die Einstiegs- sowie Nutzungsgebühren in den ersten sechs Monaten übernommen werden.

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Im ersten Schritt geht es darum, dass die Betreiber die unterschiedlichen Möglichkeiten kennenlernen. „Für eine Pizza braucht man natürlich eine andere Verpackung als für eine Suppe“, sagt Rübsteck. Es gehe einfach darum, dass die Gastronomie einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leiste. Zudem sind Restaurants und Cafés, die Essen für unterwegs verkaufen, ab 2023 verpflichtet, ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anzubieten.

Stromburg ist froh über seine Entscheidung für das Mehrwegsystem. Viele seiner Kunden würden es annehmen, auch, weil es so einfach sei. Zwar muss der Gastronom eine Gebühr für die Nutzung an Vytal zahlen, dadurch spare er aber bei den Kosten für die Einwegverpackungen. Er hofft, dass nun auch weitere Gastronomen auf das System umsteigen. Denn je mehr Restaurants dort mitmachten, desto attraktiver werde es auch für die Kunden.

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