BLB-Halbjahresbilanz Weniger Risiko-Vorsorge für Schiffe

Bremen. Noch im vergangenen Jahr kletterte die Risiko-Vorsorge der Bremer Landesbank (BLB) mit 263 Millionen Euro auf ein neues Rekordniveau. Grund: die angespannte Lage auf den Schiffsmärkten. Nun gibt es erste Anzeichen für Entspannung.
29.08.2014, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Weniger Risiko-Vorsorge für Schiffe
Von Maren Beneke

Noch im vergangenen Jahr kletterte die Risiko-Vorsorge der Bremer Landesbank (BLB) mit 263 Millionen Euro auf ein neues Rekordniveau – und drückte das Jahresergebnis vor Steuern auf 68 Millionen Euro (nach 168 Millionen Euro in 2012). Die Begründung für diese Entwicklung lag damals in der nach wie vor angespannten Lage auf den Schiffsmärkten.

Nun gibt es erste Anzeichen für Entspannung: Laut des Halbjahresergebnisses kann die Bremer Landesbank für das erste Halbjahr 2014 ein Vorsteuer-Ergebnis von 60 Millionen Euro ausweisen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des Vorjahres lag der Gewinn vor Steuern bei 29 Millionen Euro. Für die Risikovorsorge musste die Bremer Landesbank in der Zeit von Januar bis Juni 103 Millionen Euro aufwenden (nach 131 Millionen Euro im Vorjahr).

Zwar zeigte sich Stephan-Andreas Kaulvers, Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank, mit der Entwicklung des operativen Geschäftes seines Finanzinstituts zufrieden. Entwarnung für das laufende Geschäftsjahr mochte er aber noch nicht geben. „Wir erwarten zwar ein besseres Ergebnis als im Vorjahr, aber der Schiffssektor befindet sich nach wie vor im Krisenmodus“, sagte er. „Die weitere Entwicklung wird auch im zweiten Halbjahr unsere Kraft und Aufmerksamkeit erfordern.“ Insofern könne man das bislang gute Ergebnis nicht einfach zum Jahresende hochrechnen.

Als weitere Unsicherheitsfaktoren nannte der BLB-Chef neben der Ukraine-Krise auch die Wirtschaftsentwicklung einzelner europäischer Länder. „Die Konjunktur in Deutschland bröckelt und auch Frankreich und Italien bröseln vor sich hin“, sagte er. Und weiter: „Wir in Deutschland sind stark von dem Osthandel – sprich der Ukraine-Krise – betroffen. Das merken wir bereits im Konsumklima-Index oder im Geschäftsklima-Index.“

Innerhalb der ersten sechs Monate dieses Jahres konnte die Bremer Landesbank nach eigenen Angaben ihr Schiffsportfolio dagegen um 233 Millionen Euro auf nunmehr 6,1 Milliarden Euro reduzieren. Insgesamt hat das Kreditinstitut noch 792 Schiffe im Bestand. Vor einem halben Jahr waren es noch 850. „Die Schiffe, die wirklich keine Zukunft mehr haben, die bauen wir auch ab – im Regelfall im gemeinsamen Verständnis mit den Reedern“, sagte Stephan-Andreas Kaulvers. Diese Schiffe würde natürlich nicht durch Neugeschäfte ersetzt.

Einen großen Teil der Risikovorsorge konnte die Bremer Landesbank im vergangenen Jahr mit den operativen Erträgen aus dem Zinsüberschuss und dem Provisionsüberschuss auffangen. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen sind diese beiden Positionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut der Halbjahresbilanz der BLB allerdings nur marginal gewachsen: Der Zinsüberschuss stieg auf 221 Millionen Euro (2013: 219 Millionen Euro), der Provisionsüberschuss auf 19 Millionen Euro (2013: 18 Millionen Euro).

Eine Entwicklung, die Stephan-Andreas Kaulvers durchaus mit Sorge betrachtet. „Wenn das Niedrigzinsniveau fünf Jahre anhielte, dann würden wir die Spuren sehen“, sagte er. Trotzdem werde die Bremer Landesbank aber nicht auf diese „Herausforderung“ eingehen, indem sie höhere Risiken durch Fristentransformationen eingehe. Das bedeutet, dass das Geldinstitut nach eigenen Angaben auch in Zukunft keine kurzfristigen, günstigen Mittel aufnehmen will, um diese dann langfristig und teuer wieder auszuleihen.

Gut lief es für die Bremer Landesbank in den Segmenten Mobilien-Leasing und Erneuerbare Energien. „Ende letzten Jahres hatten wir bei den Erneuerbaren Energien eine kleine Delle im Neugeschäft“, sagte Kaulvers. „Aber das EEG-Gesetz hat Klarheit für die Investoren geschaffen.“ Viele Projekte aus diesem Bereich würden daher nun tatsächlich realisiert.

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