Jahresbericht 2009 der Handelskammer Bremen

Wettbewerb bremischer Häfen entscheidend

Bremen. Bremens Zukunft hängt entscheidend an der Wettbewerbsfähigkeit seiner Häfen. Das machten der scheidende Präses der Handelskammer Bremen, Lutz Peper, und der Präsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, Axel Brüggemann, am Donnerstag bei der Vorlage des Jahresberichts deutlich.
22.01.2010, 06:33
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Von Annemarie Struss-V.Poellnitz

Bremen. Bremens Zukunft hängt entscheidend an der Wettbewerbsfähigkeit seiner Häfen. Das machten der scheidende Präses der Handelskammer Bremen, Lutz Peper, und der Präsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, Axel Brüggemann, am Donnerstag deutlich. Bei der gemeinsamen Vorlage des Jahresberichts beider Kammern am Donnerstag im Schütting forderten sie die Politik auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die verhindern, dass Bremen und Bremerhaven gegenüber den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen zurückfallen.

'Bremerhaven muss mit den Hafengebühren runter', sagte Peper auf Nachfrage. Der Hafen Hamburg hat seine Gebührenstruktur bekanntlich schon geändert. Bremerhaven will lediglich auf eine Erhöhung verzichten. Das reicht nach Meinung von Peper und Brüggemann aber nicht aus, um zu verhindern, dass im derzeit verschärften Wettbewerb weitere Ladung an die Westhäfen verlorengeht.

Einen grundlegenden Richtungswechsel in der Hafenpolitik, wie sie Hamburg derzeit als Konsequenz aus der Krise vollzieht, lehnen die beiden Kammernchefs aber ab. Die Hamburger haben ihre ehrgeizigen Ausbaupläne für den Hafen zurückgefahren, weil sie davon ausgehen, dass Zuwächse wie vor der Krise so bald nicht wieder erreicht werden.

Peper und Brüggemann halten an den Wachstumserwartungen für Bremens Häfen und den JadeWeserPort in Wilhelmshaven fest. 'Der Ausbau muss in dem geplanten Tempo weitergehen', sagte Peper. Von besonderer Bedeutung für Bremerhaven ist laut Brüggemann der Bau des Schwerlasthafens für die Offshoreindustrie. 'Über den genauen Standort kann man noch diskutieren, aber der Offshorehafen muss kommen.'

Bremen wie auch Bremerhaven seien vergleichsweise glimpflich durch das Krisenjahr 2009 gekommen, so Peper und Brüggemann. Die Arbeitslosigkeit in Bremerhaven sei mit 11,8 Prozent natürlich immer noch viel zu hoch, sagte Brüggemann. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr sei aber mit 0,4 Prozent moderat verlaufen. Die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigten im Land Bremen ist für die ersten drei Quartale um 1,3 Prozent gesunken.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Land Bremen ist zwischen Januar und Oktober (die Zahlen für das vierte Quartal liegen noch nicht vor) um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, es handle sich jedoch überwiegend um Kleinstunternehmen, so Peper. Genaue Daten für das Wirtschaftswachstum gibt es bislang noch nicht. Peper geht davon aus, dass der Rückgang sich wie im Bund um fünf Prozent bewegen wird.

Peper und Brüggemann forderten für den erhofften Aufschwung in diesem Jahr eine 'aufmerksame Begleitung' durch die Politik. Als vordringliche Ziele nannten sie die Stützung der Hafen- und Logistikwirtschaft, die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Neugestaltung der Bremer City und die Stärkung der Havenwelten in Bremerhaven.

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