Volksfeste in Bremen Wie die Wirtschaft vom Freimarkt profitiert

Bremen. Wilde Karussells, duftende Schmalzkuchen und Stimmung im Festzelt – der Freimarkt lockt jedes Jahr rund vier Millionen Menschen an. Doch das Volksfest erfreut nicht nur die Besucher. Es steckt auch eine beachtliche Wirtschaftskraft dahinter.
21.10.2010, 12:37
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Wie die Wirtschaft vom Freimarkt profitiert
Von Birgit Bruns

Bremen. Wilde Karussells, duftende Schmalzkuchen und Stimmung im Festzelt – der Freimarkt lockt jedes Jahr rund vier Millionen Menschen an. Doch das Volksfest erfreut nicht nur die Besucher. Es steckt auch eine beachtliche Wirtschaftskraft dahinter.

Der Freimarkt ist laut der Bremer Touristik Zentrale (BTZ) die wichtigste Veranstaltung der Hansestadt. Das Volksfest sei weit über Bremen hinaus bekannt und ein wichtiger Sympathieträger. Daher würden nicht nur die Schausteller profitieren, sondern letztlich der gesamte Wirtschaftsstandort Bremen.

So steigen beispielsweise die Hotel-Übernachtungen zur Freimarktzeit deutlich an. „Wir sind nahezu ausgebucht“, bestätigt Marie-Louise Holste vom Marriott Courtyard Hotel, das in der Nähe der Bürgerweide liegt. Besonders stark mache sich der Freimarkt-Effekt am Wochenende bemerkbar: Von 155 Zimmern seien in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag nur noch drei frei, nächstes Wochenende sei das Hotel sogar komplett dicht. Im Maritim-Hotel sieht es ähnlich aus. „Wir merken den Freimarkt sehr stark“, sagt Katrin Wandmann. Gerade die Bar sei dieser Tage besonders gut gefüllt.

Der Ryanair-Effekt

Die meisten Freimarkt-Touristen kommen laut Wandmann aus Skandinavien. Carl-Hans Röhrßen, Geschäftsführer des Bremer Schaustellerverbands, spricht sogar von einem „Ryanair-Effekt“ – seit der Billigflieger die Hansestadt ansteuere, entdeckt er deutlich mehr Besucher aus Nordeuropa auf der Bürgerweide.

Röhrßen ahnt, was die Skandinavier anzieht: Der traditionelle deutsche Volksfestcharme, verbunden mit alten Gebäuden in der Bremer Innenstadt. Tatsächlich sei das deutsche Volksfest weltweit so beliebt, dass die Schausteller sogar schon Fachbesucher aus China und Holland auf der Bürgerweide begrüßen konnten.

580.000 Euro für die Kommune

Auch Bremens Marktmeisterin Claudia Lange ist vom wirtschaftlichen Nutzen des Freimarkts überzeugt. Ihre Einschätzung wird durch eine Statistik der BTZ belegt: Der durchschnittliche Besucher geht 1,5 Mal zum Freimarkt und gibt in drei Stunden und 17 Minuten im Schnitt 37,47 Euro aus.

Im Gegenzug bekommt die Stadt ihre Kosten, zum Beispiel für Wasserversorgung, Müllabfuhr und Sanitätsdienst, durch die Standgebühren wieder herein. Die Schausteller bringen laut Lange jedes Jahr rund 580.000 Euro in die kommunalen Kassen. Damit ist der Freimarkt der größte Einnahmeposten der Marktverwaltung. Rechnet man Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt und den Vegesacker Markt hinzu, summieren sich die Volksfest-Einnahmen Bremens laut Lange auf insgesamt 800.000 Euro.

Jeder Besucher gibt etwa 37 Euro aus

Die BTZ hat einige Zahlen rund um den Freimarkt zusammen gestellt: Demnach kommen durchschnittlich etwa vier Millionen Volksfestfreunde auf die Bürgerweide. Etwa jeder Zweite wohnt in Bremen, 40 Prozent der Freimarktsbesucher sind Tagesgäste aus dem Umland. Bereits vor dem statistisch noch unerforschten Ryanair-Boom kam jeder Zehnte von so weit her, dass er eine Hotelübernachtung in Bremen gebucht hatte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+