Vertrieb und Rechnungswesen besonders betroffen

Wo Beck's Stellen streichen will

Bremen. Der Restrukturierungsplan, den das Management von InBev Deutschland kürzlich dem Konzernbetriebsrat vorgestellt hat, zeigt für die deutschen Standorte Bremen, Hannover, Issum, München und Wernigerode detailliert auf, wo Stellen eingespart werden sollen.
26.01.2010, 03:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Annemarie Struss-v. Poellnitz

Bremen. Der Restrukturierungsplan, den das Management von InBev Deutschland kürzlich dem Konzernbetriebsrat vorgestellt hat, zeigt für die deutschen Standorte Bremen, Hannover, Issum, München und Wernigerode detailliert auf, wo Stellen eingespart werden sollen. Die absoluten Zahlen für die Standorte hatte man bereits mit der Ankündigung der geplanten Maßnahmen Anfang Januar bekannt gegeben. Aber wen es voraussichtlich trifft, geht erst aus dem internen Papier vor, das dem Konzernbetriebsrat präsentiert wurde.

Demnach ist für die Betreuung der Gastronomie künftig eine Zweiteilung geplant. Die 'absatzstarken Objekte' sollen intensiver von Außendienstmitarbeitern besucht werden. Alle anderen Gaststätten will man überwiegend durch ein Call-Center betreuen, das in Bremen aufgebaut werden soll. Dadurch könnten 23 neue Stellen entstehen, vermutlich aber nicht zum derzeitigen Tarif. Standardprozesse wie Dokumentation sollen in schon bestehende Service-Center in Budapest und Prag verlagert werden. Insgesamt ist in diesem Bereich der Abbau von 56 Stellen geplant. Betroffen ist ausschließlich der Standort Bremen.

Auch im Kunden-Service-Center sollen Abläufe gebündelt und gestrafft und an einen Dienstleister ausgelagert werden. Das bedeutet interne Versetzungen und den Abbau von elf Stellen. Die Besucherzentren in Bremen, München, Wernigerode und Issum sollen erhalten bleiben, aber deutlich kostengünstiger arbeiten. In Bremen sollen 17 Stellen eingespart werden, in München neun und in Wernigerode drei.

Im Bereich Marketing und Verkauf will der Konzern die Strukturen in Europa stärker vereinheitlichen und dadurch effizienter werden. In allen Arbeitsbereichen wird eine Konzentration auf definierte Kernprojekte und Aktivitäten angestrebt. Standardprozesse sollen verstärkt an Dienstleister ausgelagert werden. So weit wie möglich sollen Synergien zwischen den Märkten genutzt werden, zugleich will man flexibler auf Veränderungen im Markt und bei den Kundenbedürfnissen reagieren können.

Optimiert und gespart werden soll auch in der Rechtsabteilung, die in Bremen sitzt. Sie soll stärker internationalisiert werden. Im Bereich Recht und Corporate Affairs fallen insgesamt neun Stellen weg, davon fünf in Bremen, eine in Issum, zwei in München und eine in Wernigerode. Höher fallen die geplanten Streichungen im Bereich Personalmanagement aus. Durch eine Zentralisierung der Aufgaben und Auslagerung von Aufgaben wie der kompletten Entgeltabrechnung an das Service-Center in Südosteuropa sollen 28 Stellen überflüssig werden, davon 15 in Bremen, zwei in Hannover, vier in Issum, fünf in München und zwei in Wernigerode. An allen Standorten außer in Hannover soll zudem bei den Staplerfahrern gespart werden. Davon sind in Bremen 13, in Issum acht, in München vier und in Wernigerode sieben Stellen betroffen. In Bremen kommen weitere vier Stellen beim Personalmanagement dazu. Der Einkauf wird auf europäischer Ebene zentralisiert, beim Konzernsitz in Leuven. Dadurch

fallen in Bremen weitere acht Stellen weg. Auch die Finanzabteilung soll zentralisiert werden und einen großen Teil ihrer Aufgaben an die osteuropäischen Dienstleistungszentren abgeben. Das bedeutet für den Standort Bremen den Verlust von 40 Stellen, in München sind es sechs und in Wernigerode 13. Bremen soll bei der Instandhaltung 14 Stellen verlieren, München vier und Wernigerode zwei. Bei der Abfüllung ist in Bremen ist eine Reduzierung um 20 Stellen geplant. Weitere Einsparungen im einstelligen Bereich ergeben insgesamt genau die Planzahl von 386 Stellen.

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