Geldanlage Der Inflationsdruck wird allmählich nachgeben

Diesem schwierigen Jahr folgt ein weiteres. Doch in den aktuellen Krisen stecke Potenzial für mögliche Anlageerfolge, meint Betriebswirt sowie Börsen- und Anlageexperte Sascha Otto.
30.12.2022, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sascha Otto

Es war ein schwieriges Jahr an den Kapitalmärkten, und viele Anlege­rinnen und Anleger sind verständlicherweise verunsichert. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine bildete nicht nur den Start einer humanitären und ökolo­gischen Katastrophe. Er wirkte sich auch drastisch auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung aus. Einer Welt, die gerade im Begriff war, die wieder auflebende Nachfrage, angespannte Arbeitsmärkte und Störungen der Versorgungsketten aus den Jahren der Corona-Pandemie zu bewäl­tigen.

Nun wurde dadurch zusätzlich ein Inflationsschock erzeugt – mit gravierenden Folgen für uns alle. Die Teuerungsraten stiegen auf ein langjähriges Rekordniveau, und die Benzinpreise kletterten in schwindelerregende Höhen. Die Notenbanken hoben zur Bekämpfung der Inflation die Zinsen kräftig an, und die Wachstumserwartungen sanken. Sowohl Aktien als auch Anleihen, Immobilien und Kryptowährungen verzeichneten zum Teil kräftige Preisrückgänge. Wir stehen nun am Jahresende 2022 abermals vor einem herausfordernden neuen Jahr.

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Die Bewältigung der globalen Krisenherde wird für den Anlageerfolg entscheidend sein. Der Inflationsdruck wird meines Erachtens allmählich nachgeben. Die Zentralbanken dürften die Straffung ihrer Geldpolitik beenden, und Volkswirtschaften, in denen sich das Wachstum derzeit noch verlangsamt, werden die Talsohle überwinden und sich wieder erholen. Ich gehe gleichzeitig davon aus, dass das globale Wachstum im neuen Jahr die Talsohle durchlaufen wird und sich die Konjunkturaussichten im weiteren Jahresverlauf verbessern werden.

Man mag sich fragen, woher mein Optimismus stammt: Mit Blick auf die Situation in der Ukraine bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass der Krieg auf ein Patt hinausläuft. In einer solchen Si­tuation wäre der Start von diplomatischen Verhandlungen die nahe liegende Kon­sequenz. Danach folgt der Wieder­aufbau der Ukraine. Dieser wird sich wie ein umfassendes Konjunkturprogramm für die europäische Wirtschaft auswirken.

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Der Ukraine-Krieg hat zudem enorme Schwachstellen bei der Energieversorgung in Europa offengelegt. Als Reaktion hierauf ist ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien zu erwarten. So finden sich auch in diesen dynamischen Zeiten Chancen an den Kapitalmärkten und gute Gründe, optimistisch ins neue Jahr zu starten.

Zur Person

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leitet seit 2012 das Wertpapier- und Portfoliomanagement der Sparkasse Bremen AG. Zuvor arbeitete er als Börsenhändler und Vermögensberater.

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