Corona-Beitrag

Wirtschaftssenatorin irritiert mit Tweet

Wird von der Corona-Pandemie zu viel Aufhebens gemacht? In einem Beitrag auf Twitter hat Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt diesen Eindruck erweckt. Im Rathaus ist das nicht gut angekommen.
14.03.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Wirtschaftssenatorin irritiert mit Tweet
Von Jürgen Theiner
Wirtschaftssenatorin irritiert mit Tweet

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Christina Kuhaupt

Was ist in Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt gefahren? Das fragten sich am Freitag einige ihrer Kabinettskollegen. In einer Kurzmitteilung (Tweet) im Social-Media-Kanal Twitter hatte sich die Linken-Politikerin deutlich von der Linie der Landesregierung bei der Handhabung der Corona-Krise abgesetzt. „Gewisse Dinge gehen mir zu weit“, schrieb Vogt und bezog sich damit auf die Entscheidung des Senats, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen zu untersagen.

Die Versammlungsfreiheit einzuschränken, sei „ein No go“, so Vogt. Über Corona werde man in vier Monaten lesen: „Viele Tote gab es woanders, Afrika vielleicht“. Im Schlusssatz macht sich Vogt geradezu lustig über die weit verbreiteten Ängste: Deutschland sei „immer noch das sicherste Land der Erde, wir haben bis auf ein paar Kreuzottern im Norden nicht mal giftige Tiere“.

Diese Tonlage hat im Rathaus und den senatorischen Behörden einige maßgebliche Akteure stark irritiert. Offenbar hat man Vogt das wissen lassen, denn am Freitagnachmittag waren die umstrittenen Zeilen in ihrem Twitter-Account schon wieder gelöscht. Auf Anfrage des WESER-KURIER bestritt die Senatorin, sich gegen den Senat gestellt zu haben. Sie habe lediglich dafür plädiert, „besonnen zu agieren“. Die Gesundheit der Menschen stehe im Vordergrund. Es gelte, „vorbeugende Maßnahmen aufzusetzen, damit die Folgen gar nicht so groß werden“, ließ die Wirtschaftssenatorin wissen.

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