Krimi-Reihe von Radio Bremen

Wissenswertes über den "Tatort" aus Bremen

Wann flimmerte der erste Bremer "Tatort" über die Bildschirme? Und welches ist die häufigste Todesursache? Wir haben wissenswerte Fakten zu der Reihe zusammengestellt.
14.07.2020, 06:00
Lesedauer: 4 Min
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Wissenswertes über den
Von Sarah Haferkamp
Wissenswertes über den "Tatort" aus Bremen

DER ERSTE FALL

Die Nummer eins aus Bremen war die 26. "Tatort"-Folge: In "Ein ganz gewöhnlicher Mord" spielte Hans Häckermann den Bremer Kommissar Böck. Erstmalig ausgestrahlt wurde der Fall im Februar 1973.

Radio Bremen

Die Ära der Bremer Tatort-Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund, gespielt von Sabine Postel und Oliver Mommsen, ging im Frühjahr 2019 zu Ende. Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram übernehmen als Ermittler-Trio Liv Moormann, Mads Andersen und Linda Selb die Nachfolge für die Bremer Tatort-Folgen.

Doch wann flimmerte die erste Folge der Krimi-Reihe über die Bildschirme? Und welches ist die häufigste Todesursache? Wir haben wissenswerte Fakten zu der Reihe zusammengestellt.

Die Aufnahmen für den Krimi führten die Filmemacher damals sogar ins Pressehaus in der Martinistraße. Für die Regie war Dieter Wedel verantwortlich.

Die Aufnahmen für den Krimi führten die Filmemacher damals sogar ins Pressehaus in der Martinistraße. Für die Regie war Dieter Wedel verantwortlich.

Foto: WESER-KURIER Archiv
Neuer Tatort

DER ERSTE FALL MIT INGA LÜRSEN

1997 ermittelte Inga Lürsen (Sabine Postel) zum ersten Mal in der Hansestadt. In "Inflangranti" stand ihr zur damaligen Zeit noch Kommissar Stefan Stoll (Rufus Beck, r.) zur Seite.

Foto: dpa
Dreharbeiten Tatort - Bundeswehrhochhaus

DIE DREHORTE

Die Drehorte wechseln immer – je nachdem, was die Handlung verlangt – und es gibt nur wenig wiederkehrende Motive. In den jüngeren Radio Bremen-Tatorten ist häufiger das Bundeswehr-Hochhaus in der Falkenstraße zu sehen – im Tatort ist dort das Kommissariat der Bremer Ermittler Lürsen und Stedefreund.

Foto: Christina Kuhaupt
In über 20 Jahren haben die Verantwortlichen auch schon an vielen Plätzen im Umland gedreht: Worpswede, Loxstedt, Langwedel, Sottrum, Schwanewede, Verden, Ahsen-Oetzen, Rotenburg/Wümme, Sagehorn und Weyhe gehörten unter anderem dazu. In Weyhe wurde zuletzt in der Gaststätte "Zum Waldkater" die Folge "Hochzeitsnacht" gedreht (Foto). Deichkind-Sänger Sascha Reimann, besser bekannt als Ferris MC, spielte eine Hauptrolle in dem Krimi. Reimann verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Bremen-Tenever.

In über 20 Jahren haben die Verantwortlichen auch schon an vielen Plätzen im Umland gedreht: Worpswede, Loxstedt, Langwedel, Sottrum, Schwanewede, Verden, Ahsen-Oetzen, Rotenburg/Wümme, Sagehorn und Weyhe gehörten unter anderem dazu. In Weyhe wurde zuletzt in der Gaststätte "Zum Waldkater" die Folge "Hochzeitsnacht" gedreht (Foto). Deichkind-Sänger Sascha Reimann, besser bekannt als Ferris MC, spielte eine Hauptrolle in dem Krimi. Reimann verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Bremen-Tenever.

Foto: photocube
Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs

In der Folge „Endspiel“ von 2002 war das Weserstadion Drehort. Der Tatort spielte im Bereich Amateurfussball, die Bremer Fußballlegende Andi Herzog hatte einen kleinen Gastauftritt, ebenso der Bremer Sportjournalist und Werder-Bremen-Stadionsprecher Arnd Zeigler (Foto).

Foto: dpa
Tatort-Dreh am Deich bei Loxstedt

DER BEIGE TRENCHCOAT

In einem Interview mit der Nordsee-Zeitung gab Sabine Postel zu, dass sie in der Vergangenheit nicht immer mit ihrem Outfit einverstanden war. Der beige Trenchcoat gehörte viele Jahre zum Outfit der Kommissarin. Angesprochen darauf gab sie zu: "Den habe ich gehasst und der war irgendwann auch nicht mehr modisch“. Den Bericht dazu gibt es hier.

Tatort "Sheherazade"

MUTTER-TOCHTER-KONFLIKT

Inga Lürsens Tochter Helen Reinders (rechts, Camilla Renschke) hat über die Jahre einen starken Wandel vollzogen. Gab es in früheren Folgen noch Auseinandersetzungen mit der Mutter über einen leeren Kühlschrank, sind es heute Konflikte im beruflichen Bereich.

Foto: dpa
Tatort - Echolot

Reinders ist nämlich mittlerweile die Leiterin der Bremer Mordkommission und somit Lürsens Vorgesetzte. Gespielt wird die Figur von der Schauspielerin Camilla Renschke (Mitte), die auch mit ihrer Stimme Erfolg hat: Beim WDR-Radiosender „1Live“ spricht sie die Rahmenelemente wie beispielsweise Trailer zu Sendungen.

Foto: dpa
Bremer "Tatort - Nachtschicht"

DIE REGIE

Florian Baxmeyer (Mitte) hat bisher die meisten Bremer Fälle inszeniert. Er führte bei insgesamt 13 Folgen Regie und wird auch den Abschiedsfilm von Lürsen und Stedefreund in Szene setzen.

Foto: dpa
Baxmeyer ist auch verantwortlich für die vielgelobte Folge „Brüder“, einer Auseinandersetzung mit den Machenschaften von Familienclans. Der Film knackte seinerzeit die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke.

Baxmeyer ist auch verantwortlich für die vielgelobte Folge „Brüder“, einer Auseinandersetzung mit den Machenschaften von Familienclans. Der Film knackte seinerzeit die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke.

Foto: Radio Bremen / Jörg Landsberg
Auch mit Kinderkrimis kennt sich Baxmeyer aus: Bei der Verfilmung der beliebten Kinderbuch- und Hörspielreihe „Die drei Fragezeichen“ führte er ebenfalls Regie.

Auch mit Kinderkrimis kennt sich Baxmeyer aus: Bei der Verfilmung der beliebten Kinderbuch- und Hörspielreihe „Die drei Fragezeichen“ führte er ebenfalls Regie.

Foto: Imago
Dreharbeiten zum Bremer "Tatort - Der hundertste Affe"

DIE MEISTEN LEICHEN
Eine der Folgen mit den meisten Leichen spielte im Jahr 2016 in Bremen: In „Der Hundertste Affe“, einem verschwörungstheoretischen Öko-Thriller, sind laut der Fan-Website tatort-fundus.de am Ende 25 Todesopfer zu beklagen. Vor allem auch, weil in dem Film Öko-Aktivisten das Trinkwasser im Bremer Viertel vergiften.

Foto: dpa
Bremer Tatort "Abschaum"

2004 erregten 14 Tote in der Folge „Abschaum“ große mediale Aufmerksamkeit. Damals waren Publikum und Experten noch deutlich empfindlicher. In der anschließenden Debatte äußerten sich Schauspieler wie Horst Tappert oder Jan-Josef Liefers negativ über die große Anzahl an Leichen. "Auf diesem Sendeplatz hat so blutrünstiges, brutales Zeug allgemein nichts zu suchen", kritisiert Liefers damals. Hochgelobt wurde die Folge, weil sie die Themen Kindesmissbrauch und Okkultismus in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückte.

Foto: dpa
CROSSOVER 
 Im „Tatort“-Universum begegnen sich immer wieder Ermittler verschiedener Teams. Die Bremer Kommissare hatten bisher jedoch keine Unterstützung ihrer Kollegen nötig. Bisher gab es keinen Gastauftritt anderer „Tatort“-Kommissare. Jedoch spielte Joachim Król in der Folge „Stille Tage“ eine Episodenhauptrolle – 2011 übernahm er dann die Rolle des „Tatort“-Kommissars Frank Steier beim Hessischen Rundfunk.

CROSSOVER

Im „Tatort“-Universum begegnen sich immer wieder Ermittler verschiedener Teams. Die Bremer Kommissare hatten bisher jedoch keine Unterstützung ihrer Kollegen nötig. Bisher gab es keinen Gastauftritt anderer „Tatort“-Kommissare. Jedoch spielte Joachim Król in der Folge „Stille Tage“ eine Episodenhauptrolle – 2011 übernahm er dann die Rolle des „Tatort“-Kommissars Frank Steier beim Hessischen Rundfunk.

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HÄUFIGSTES MORDMOTIV

Schüsse sind die häufigste Todesursache im „Tatort“, auch in den Bremer Folgen. Das hat das Portal Netzsieger.de im Jahr 2017 analysiert. Ausgewertet wurden Daten aus 36 Folgen. Dabei kam heraus, dass in Bremen die Mörder am häufigsten zur Schusswaffe greifen.

Foto: Imago
"Vorstand und Geschäftsführung"

Das Hauptmotiv der meist männlichen Täter: Habgier. Und während in Hamburg die sogenannten Berufskriminellen am häufigsten morden, sind es in Bremen die Unternehmer und Manager.

Foto: dpa
Das sind die Neuen: Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram (von links) sind das neue Ermittler-Team beim Bremer Tatort. Im Dezember 2019 wurden sie vorgestellt. Sie werden Liv Moormann, Mads Andersen und Linda Selb verkörpern.

Das sind die Neuen: Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram (von links) sind das neue Ermittler-Team beim Bremer Tatort. Im Dezember 2019 wurden sie vorgestellt. Sie werden Liv Moormann, Mads Andersen und Linda Selb verkörpern.

Foto: Radio Bremen / Hendrik Lüders

Doch los geht es 2020 nicht bereits mit ihrem ersten gemeinsamen Tatort, sondern mit einer exklusiv für die ARD Mediathek produzierten sechsteiligen Serie. Der Arbeitstitel lautet "How to Tatort“. Im Stil einer fiktionalen Dokumentation wird der Weg vom Casting bis zum Dreh mit satirischer Überspitzung erzählt. Im Herbst 2020 sollen dann die Dreharbeiten für die Startfolge beginnen. Inwiefern die Pandemie hier den Zeitplan über den Haufen wirft, ist bisher nichts bekannt.

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