Grundstückspreise in Bremen

Wo die teuersten Grundstücke liegen

Der Gutachterachterausschus für Grundstückswerte in Bremen hat neue Richtwerte für Wohnbauflächen ermittelt. Die Preisaufschläge betragen bis zu 26 Prozent.
13.07.2018, 18:44
Lesedauer: 3 Min
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Wo die teuersten Grundstücke liegen
Von Detlev Scheil
Wo die teuersten Grundstücke liegen

Die Wohnlage an der Contrescarpe entlang den Wallanlagen (Grüngürtel vorn) ist besonders kostspielig: Dort kostet ein Quadratmeter bis zu 1600 Euro.

Karsten Klama

Was muss man für ein Grundstück in einem bestimmten Wohnquartier in den Stadtteilen Mitte oder Östliche Vorstadt anlegen? Wer das wissen möchte, informiert sich am besten anhand der sogenannten Bodenrichtwerte, die ein unabhängiges Gremium alle zwei Jahre neu ermittelt. Die Bodenrichtwertkarten liegen in der neuesten Version druckfrisch vor. Danach reicht die Preisspanne bei Baugrundstücken von 30 Euro in Seehausen bis 1600 Euro pro Quadratmeter in der Bahnhofsvorstadt an der Contrescarpe mit idyllischem Ausblick auf die Wallanlagen.

„Überall gibt es Steigerungen“, berichtet Ernst Dautert, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Der seit mehreren Jahren anhaltende Ansturm auf Grundstücke und Immobilien habe deren Preise in ganz Bremen erheblich ansteigen lassen. Insgesamt 417 Richtwerte fürs Stadtgebiet wurden bei der Sitzung vor Kurzem für den Stichtag 31. Dezember 2016 festgesetzt. Aktuellere Daten gibt es noch nicht, weil die Auswertung der notariellen Kaufverträge über Immobiliengeschäfte immer eine Weile dauert. „Die Bodenrichtwerte bekommen immer mehr Gewicht“, sagt Dautert. Denn sie haben nicht nur Bedeutung für Verkäufer und Kaufinteressenten, sondern zum Beispiel ebenso für das Finanzamt bei Erbfällen. Künftig könnten sie auch als eine Grundlage zur Grundsteuerbemessung dienen.

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Gute Lage, hoher Preis – so lautet die allgemein gültige Formel. Wo es besonders schön, ruhig oder grün ist, wo die Verkehrsanbindung und die Nahversorgung attraktiv sind, wollen mehr Menschen wohnen als neben einem lärmenden Gewerbegebiet. Und ein schöner Ausblick aufs Wasser ist ebenfalls sehr gefragt. Während Pluspunkte sich in einem höheren Preis äußern, gibt es andererseits auch negative Tatsachen, die den Preis drücken können, wie etwa eine Bahnlinie neben einem Wohngebiet. Die Karten mit den Bodenrichtwerten berücksichtigen diese Umstände.

Wegen der allgemein starken Nachfrage sind die Werte durchweg deutlich heraufgesetzt worden – um mindestens rund zehn Prozent (in Burglesum) und teilweise sogar rund 26 Prozent in der Östlichen Vorstadt. Neben den Spitzenreitern Contrescarpe sowie Barkhof-Quartier (bis zu 1080 Euro) sind die Werte besonders hoch im Viertel. Der Ortsteil Steintor wird mit 1030 Euro pro Quadratmeter angegeben, der Ortsteil Fesenfeld mit 775 Euro. Das ist mehr als drei Mal so viel wie vergleichbare Grundstücke in Hastedt kosten. In dieser Region bewegen sich auch die Werte im neuen Hulsberg-Viertel, wo auf dem Gelände des Klinikums Mitte rund 1000 Wohneinheiten gebaut werden sollen.

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Sehr teuer ist auch das vordere Schwachhausen mit Preisen überwiegend zwischen 340 und 540 Euro. Das besonders beliebte und geschützte Barkhof-Quartier kostet, wie bereits erwähnt, extra. In Neu-Schwachhausen gilt eine Bandbreite von 375 bis 540 Euro. In Horn-Lehe kletterten die Preise binnen zwei Jahren um knapp 17 Prozent auf 205 bis 420 Euro. Oberneuland erlebte einen Preisanstieg um knapp 20 Prozent auf 190 bis 280 Euro, und Borgfeld stiegen die Preise um 17,5 Prozent auf 195 bis 280 Euro. Für den Stadtteil Hemelingen insgesamt ergibt sich ein Preisanstieg um elf Prozent. Im Ortsteil Hemelingen gelten Bodenwerte zwischen 110 und 220 Euro, in Sebaldsbrück 130 bis 190 Euro, in Arbergen 130 bis 160 Euro und in Mahndorf 160 bis 200 Euro. Teurer ist Hastedt mit 220 bis 315 Euro. Im Vergleich auffallend niedrig sind die Werte in der Vahr mit 150 bis 190 Euro (plus 13,5 Prozent); das könnte daran liegen, dass dort nur extrem wenige Grundstücksverkäufe zu verzeichnen sind. Die Zahlen im Stadtteil Osterholz bewegen sich zwischen 125 Euro in Tenever und 260 Euro in Alt-Osterholz (plus 17 Prozent). Im Bremer Westen beträgt der Preisauftrieb elf Prozent (Gröpelingen) bis 15 Prozent (Walle). In absoluten Zahlen gelten für Findorff 345 bis 530 Euro, in Gröpelingen 80 bis 240 Euro und in Walle 265 bis 350 Euro. Links der Weser pendeln die Werte in Obervieland zwischen 100 und 290 Euro (plus 11,5 Prozent). Der letztere Wert bezieht sich auf gefragte Lagen in Habenhausen. Die Preise in der Neustadt legten mit am stärksten zu – nämlich um 22 Prozent auf 150 (Huckelriede) bis 1080 Euro (Alte Neustadt). Für das Neubaugebiet Gartenstadt-Süd wurden 410 bis 490 Euro festgesetzt.

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Ein Auszug aus der Bodenrichtwertkarte (bis DIN A3) kostet 25 Euro, ein Kartenblatt für einen Teilbereich Bremens 70 Euro, alle drei Karten für Bremen sowie die Karte für Bremerhaven 195 Euro. Kontakt: Service-Center Bau, Contrescarpe 72, Telefon 361 46 53, E-Mail Geodatenservice@geo.bremen.de.

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