Polizei räumte 41 illegale Plantagen

Wo in Bremen Cannabis angebaut wurde

Der illegale Anbau von Cannabis hat die Polizei auch im vergangenen Jahr mehrfach auf den Plan gerufen. Die Anlagen variierten stark in Größe und Professionalität des Aufbaus.
01.01.2017, 18:34
Lesedauer: 2 Min
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Wo in Bremen Cannabis angebaut wurde
Von Sabine Doll
Wo in Bremen Cannabis angebaut wurde

Bremens größte Cannabis-Plantage am Breitenweg, im September 2016 von der Polizei entdeckt und geräumt.

Sabine Doll, Polizei Bremen

Der illegale Anbau von Cannabis hat die Polizei auch im vergangenen Jahr mehrfach auf den Plan gerufen. Die Anlagen variierten stark in Größe und Professionalität des Aufbaus.

Insgesamt wurden 41 Cannabis-Plantagen entdeckt. „Bei den meisten handelte es sich um Anlagen in Häusern und Wohnungen“, sagt Polizeisprecher Niels Matthiesen. 2015 waren es noch 29 Plantagen. Sehr häufig seien es private Cannabis-Anbauer, die die Pflanzen für den Joint zum Eigenbedarf angebaut hätten. Aber auch professionellen Plantagen-Betreibern kam die Polizei auf die Spur.


Der größte Fund:
Da staunten selbst die Polizeibeamten nicht schlecht, als sie im September die Tür zu einem Lagerraum am Breitenweg öffneten. Ihnen bot sich der Blick auf ein grünes Pflanzenmeer. Aus insgesamt sieben sogenannter Grow-Boxen beschlagnahmten sie am Ende 1600 Cannabispflanzen. Dazu stellten sie auch Marihuana sicher. Die Betreiber der Plantage, zwei 38 und 51 Jahre alte Männer, hatten die Drogenfahnder bereits seit Längerem im Visier. Sie wurden festgenommen, bei Wohnungsdurchsuchungen in Bremen und Ritterhude stellten Beamte zudem 70 000 Euro, weitere Anbauutensilien, und Amphetamine sicher. Die Männer wurden festgenommen.

Nach Angaben der Polizei war der Lagerraum mit einer professionell betriebenen Anlage für die Cannabis-Aufzucht ausgestattet, er verfügte über eine Belüftungsanlage und umfangreiche Technik. Auch das Stromnetz war angezapft, der Stromzähler sei aber umgangen worden. Eine „übliche“ Vorgehensweise bei Groß- und Profiplantagen, um die Gewinne zu maximieren und die Kosten zu senken. Der Straßenverkaufspreis für ein Gramm Marihuana liegt nach Polizeiangaben bei rund zehn Euro. Eine Pflanze wirft einen Ertrag von bis zu 45 Gramm ab, mehrere Ernten im Jahr sind möglich.

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Der zufälligste Fund:
Eigentlich war die Kontaktpolizistin wegen eines Nachbarschaftsstreits im Oktober bei einem 49-jährigen Mann in Aumund-Hammersbeck vorbeigekommen. Als sie den Garten des Mehrfamilienhauses betrat, war der Ärger unter den Bewohnern aber erst einmal vergessen. Statt Tomaten, Gurken oder Bohnen hatte der Hobbygärtner in seinem Beet Cannabis-Pflanzen angebaut – zwölf Exemplare in einer stattlichen Höhe von 1,20 Metern. Gemüse gab es aber auch: eine Reihe Maisstauden – als Sichtschutz zur Straße für die illegale Plantage. Leugnen brachte nichts, der Hanf-Züchter half den Polizisten schließlich bei der verfrühten und finalen Ernte.

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Der skurrilste Fund: Es ist wohl einer der ungewöhnlichsten Orte, an dem eine Cannabis-Plantage vermutet werden dürfte – allein schon wegen des Entdeckungsrisikos. Davon hat sich ein Bundeswehr-Soldat nicht abschrecken lassen: Über wenigstens drei Monate hat er an seinem Arbeitsplatz, der Scharnhorst-Kaserne, eine Cannabis-Plantage mit 13 Pflanzen betrieben. Neben der Bundeswehr sind auf dem Gelände die Feuerwehrschule, Flüchtlinge – und die Bremer Verkehrspolizei untergebracht. Eigentlich denkbar schlechteste Voraussetzungen, um sich ungestört und unentdeckt mit Hege, Pflege und Ernte von Cannabis-Pflanzen zu befassen. Im März wurde der geheime Gartenbaubetrieb nach Auskunft der Staatsanwaltschaft in einem ungenutzten Raum in der Kaserne entdeckt: Der Soldat hatte das Schloss ausgewechselt, irgendwann war einem Vorgesetzten aufgefallen, dass sein Schlüssel nicht mehr passte.

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