Nach Ankündigung des Senats

Kritik an geplanter Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen

Die Ankündigung, dass der Senat die Besuchsverbote in den Pflegeheimen lockern will, erstaunt die Träger. Denn sie seien in die Planungen nicht eingebunden gewesen.
03.05.2020, 05:00
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Kritik an geplanter Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen
Von Lisa-Maria Röhling
Kritik an geplanter Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen

Angehörigenverbände haben gefordert, dass die Bewohner von Pflegeheimen wieder Besuch bekommen dürfen, da sie unter der Isolierung leiden.

Frank Rumpenhorst /dpa

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Wohlfahrtsverbände hat die Ankündigung des Senats, eine Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen auf den Weg zu bringen, kritisiert. „Wir sind entrüstet“, erklärte LAG-Sprecher Arnold Knigge. Die Nachricht über die geplante Öffnung habe alle Betroffenen überrascht, mit den Trägern der Pflegeheime sei nicht über die Planungen gesprochen worden.

Wie berichtet, plant der Senat die Lockerung am Dienstag zu beschließen. Zuvor hatten verschiedene Angehörigenverbände kritisiert, dass die Bewohner unter der Isolierung leiden und dass der Senat Lösungen für die Situation vorlegen müsse. Knigge fürchtet nun, dass eine schlecht geplante Öffnung fatale Folgen hat: „Wir wissen überhaupt nicht, was da auf die Träger zukommt.“

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Werde die Aufhebung des Verbots zu schnell beschlossen, könnten die Träger keine Garantie geben, das Infektionsrisiko zu verringern. Zudem steige bei Besuch der Personalaufwand. „Da muss immer jemand dabei sein“, sagt Knigge. Anders sei es nicht möglich, die Gesundheit der Bewohner zu wahren.

Grundsätzlich seien die verschiedenen Träger offen für eine Lockerung des Verbots, allerdings müsse das mit „Maß und Mitte“ geschehen. „Wir brauchen vor allem klärende Regeln für den Angestelltenschutz, wenn nun wieder Besucher kommen“, sagt Knigge. Dafür müsse es eine Personenbegrenzung für die Besucher geben, auch eine Maskenpflicht sei wichtig. Wegen des von ihm befürchteten Mehraufwandes für die Pflegekräfte müssten auch Lösungen für den allgegenwärtigen Personalmangel gefunden werden. „Die Frage ist, was leistbar ist“, sagt Knigge. „Und das müssen die Akteure vorgeben.“ Wenn diese jetzt nicht eingebunden würden, werde man das später bereuen.

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