Bremen-Nord

Wolf soll zwei Mädchen verfolgt haben

In einem Wäldchen in Aumund in Bremen-Nord sind zwei Schülerinnen am Dienstagnachmittag offenbar einem Wolf begegnet. Das Wäldchen liegt in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern.
06.04.2017, 20:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller
Wolf soll zwei Mädchen verfolgt haben

Das Risiko von Begegnungen zwischen Mensch und Wolf ist in Bremen inzwischen groß geworden (Symbolbild).

dpa

In einem Wäldchen in Aumund in Bremen-Nord sind zwei Schülerinnen am Dienstagnachmittag offenbar einem Wolf begegnet. Das Wäldchen liegt in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern.

In einem Wäldchen in Aumund sind zwei Schülerinnen am Dienstagnachmittag offenbar einem Wolf begegnet. Die 15-jährige Lea Lange und ihre gleichaltrige Freundin Josie Abraham waren im Landschaftsschutzgebiet an der Beckedorfer Beeke unterwegs, als das Tier plötzlich aus dem Unterholz aufgetaucht sei und zehn Meter vor ihnen auf dem Weg stehen blieb.

Eines der beiden Mädchen sei sofort davon gerannt, die andere habe sich dem vermeintlichen Wolf genähert. Als das Tier daraufhin laut zu knurren begonnen und die Zähne gefletscht habe, ergriff die Schülerin ebenfalls die Flucht. Das Tier lief den Mädchen nach und drehte erst in der Nähe eines Hauses von den beiden ab. „Es war gruselig“, berichtet Lea Lange. So schildern die beiden Jugendlichen der Landesjägerschaft Bremen den Vorfall, der sich am Dienstag ereignet habe. Vizepräsident Marcus Henke war am Mittwoch vor Ort.

Schülerinnen kamen dem Wolf sehr nahe

Die Schülerinnen seien dem Tier so nahe gekommen, dass sie es sehr genau beschreiben konnten. Die spitzen Ohren, die Fellfärbung und die gerade nach unten hängende buschige Rute – all das deutet laut Henke darauf hin, dass es sich bei dem gesichteten Tier an der Beeke tatsächlich um einen Wolf handeln könnte.

Lea Lange (links) und Josie Abraham sind am Dienstagnachmittag in Bremen-Aumund in einem Wäldchen offenbar einem Wolf begegnet.

Lea Lange (links) und Josie Abraham sind am Dienstagnachmittag in Bremen-Aumund in einem Wäldchen offenbar einem Wolf begegnet.

Foto: Gabriela Keller

Spuren des vermeintlichen Wolfes konnte der Vertreter der Landesjägerschaft auf dem Weg an der Beeke, der auch von vielen Hundeläufern benutzt wird, am Mittwoch nicht mehr sichern. Fotos, die eine der beiden Schülerinnen auf der Flucht vor dem Tier gemacht hatte, waren zu unscharf für eine eindeutige Identifizierung. Die Landesjägerschaft wertet die Sichtung deshalb als C3-Nachweis, also als einen unbestätigten Hinweis.

Das Wäldchen, in dem die Schülerinnen dem Tier begegneten, liegt in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern. Sollte es sich wirklich um einen Wolf gehandelt haben, zeigt der Vorfall laut Landesjägerschaft, wie groß das Risiko von Begegnungen zwischen Mensch und Wolf in Bremen inzwischen geworden ist und wie nah das Raubtier an besiedelte Gebiete heranrückt.

Das richtige Verhalten bei einer Begegnung

Umso wichtiger sei es, die Bürger und vor allem Kinder über das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit dem Raubtier aufzuklären. Wer einem Wolf begegne, sollte Ruhe bewahren und auf keinen Fall flüchten, rät Marcus Henke. Stattdessen sollte sich der Mensch langsam zurückziehen und dabei den Wolf nicht aus den Augen lassen.

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Die Landesjägerschaft sieht sich durch den jüngsten Vorfall an der Beckedorfer Beeke in Aumund laut Henke darin bestätigt, dass ein Vordringen des Wolfes in den städtischen Raum „mit allen verfügbaren Mitteln“ verhindert werden müsse. Deswegen haben die Jäger nun ein eigenes Positionspapier zum Thema veröffentlicht. Von der Politik fordern Henke und seine Kollegen unter anderem eine Entscheidung, wie der Wolfsbestand in Zukunft reguliert werden kann.

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